Bewährte Größen
Große Themen und lange Zeiträume werden derzeit verhandelt am Royal National Theatre. Dank Intendant Nicholas Hytner, der Mike Leigh, dem «Impresario der Improvisation», sowie den Polit-Theater-Eminenzen Howard Brenton und David Edgar nach zum Teil jahrzehntelanger Bühnenabstinenz neue Stücke entlockte. Und auch am Royal Court stammten die interessanteren Arbeiten der letzten Monate aus den Federn erfahrener Schreiber, Martin Crimp und Tom Murphy.
«Two Thousand Years» – seinen Titel bekam das neue Werk von Mike Leigh erst kurz vor der Premiere.
Bis dahin hielt man auch den Inhalt geheim, nicht zuletzt, weil er bis zur letzten Sekunde konstanter Veränderung durch Leighs legendäre Improvisationstechniken unterworfen war. Die Spannung und Erwartungen waren hoch: 16.000 Londoner erstanden Karten im Vorverkauf ohne jede Ahnung, wofür sie bezahlten, blind vertrauend auf den Markennamen des Machers. Leigh, der vor zwölf Jahren sein letztes Bühnenstück schrieb und danach mit Arbeiten wie «Secrets and Lies» und zuletzt «Vera Drake» zu einem der wichtigsten Vertreter des «New British Cinema» avancierte, spiegelt in «Two Thousand Years» den Stand der Weltpolitik in Spannungen dreier ...
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