Make love in words
Camouflage.
Na, Liebchen, «Die Position der Kritik», das jetzt von «Theater heute» war doch immer auch Dein Problem, wenn Du mitgefahren bist, und gereist bist Du ja für Dein Leben gern, war Deine Frage nach wieder mal einem Abend in so einem Theaterhaus, irgendwo zwischen Hamburg und Wien, Berlin und Oldenburg (doch, Lob den Provinzen, in den Radfahrerstädten waren wir gelegentlich auch), mit interessanten Leuten auf der Bühne, stimulierend anzusehen oft, im Theater zu sein, ist nämlich au fond ein erotischer Reiz, mit fesselnden Männern also, besonders denen in den Rollen der Bösen, und wunderbaren Frauen, sogar den Hysterischen, alle zugange in verwegenen Geschichten, den bekannten alten oder den unerhört neuen, unterwegs in Bildern, als es die auf den Bühnen noch gab, plötzlich in einer, unserer Welt noch ganz andere Welten, und wir, es kam wie es wollte, ihre allemal divertierten Betrachter – «Schönes Leben wem’s gegeben, wie dem Junker Wohlgemuth», so steht’s geschrieben, Kritikerbekenntnis, an der Wand des keinem sonst vergleichbaren Speiseraums der Zürcher «Kronenhalle», wohin Du immer gleich hast gehen wollen nach den Schweizer Premieren; die gespielt hatten für uns, mussten sich sorgen, wie sie angekommen waren, wir tranken den besten Fendant, das Lebensvergnügen hat die Zeitung, die uns herumschickte, den Gegenwert von mindestens drei Einfamilienhäusern gekostet, über die vielen Jahre ... ...
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Der Originaltitel lautet «Scenes from the Big Picture», und das trifft das Stück-Werk des irischen Dramatikers Owen McCafferty weitaus besser als der deutsche Übersetzungsversuch mit «Ein Tag im Leben des Frank Coin». Der soll so etwas wie eine «runde Sache» versprechen, immerhin einen Anfang und einen Ausklang in einem freilich endlosen Kreislauf; die...
Am Ende sind fast alle tot. Auf der Bühne steht ein Tischlermeister, der die Welt nicht mehr versteht und sich weiterhin «sinnend» in seine kleinbürgerlichen Moralvorstellungen verschraubt. Der Mann kapiert nicht, dass statt Sinnieren gelegentliches Denken durchaus angebracht wäre. Hätte er mal nachgedacht, wäre seine Familie vielleicht nicht zerbrochen und die...
Alles Große am neuen, zweiten Band der nachlässig dahingeplapperten autobiografischen Lebenssaga des Peter Zadek, mit dem wir den achtzigsten Geburtstag im Mai begehen werden, ist eigentlich völlig unerträglich. Das dürfte einem Künstler von Zadeks Format gefallen, schon weil es seinen gottgleichen Status festigt. Die Götter haben ihre Menschenkinder immer bestraft...
