Das erste Mal
Theater heute Liebe Karin Beier, lieber Joachim Lux, lieber Oliver Reese: Sie leiten demnächst oder sehr bald zum ersten Mal selbst ein Theater – und zwar keine kleinen Bühnen in der Provinz, sondern alles erste Häuser. Gratulation! Wenn man so einsteigt, muss man sich überlegen: Wo steht das Theater in der Stadt und in der Gesellschaft – und wo will man selbst damit hin?
Oliver Reese Die Frage, wo ein Theater in der Stadt steht, heißt auch, es zu bewerten. Das will ich nicht.
Ganz konkret reden kann man aber über einen nur scheinbar banalen, sehr aussagekräftigen Faktor: Im Schauspiel Frankfurt gibt es zurzeit etwa 100.000 verkaufte Karten im Jahr – und das ist meines Erachtens zu wenig. Ich will schlicht mehr Frankfurter im Theater haben – um die geht es mir, auch wenn ich vor Ort noch ganz fremd bin. Und ich bin ziemlich sicher, dass wir mit dem Theater, das uns selber überzeugt – weil wir ja am besten mit dem eigenen Kopf denken – diese großen Häuser wieder voll kriegen und zugleich aufregende und anspruchsvolle Dinge tun. Jenseits der berüchtigten durchschnittlichen Platzauslastung der bundesdeutschen Theater, mit der gern argumentiert wird. Sonst macht’s doch keinen Spaß!
Ka ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Mit Anlauf in die erste Liga, Seite 90
von Franz Wille, Eva Behrendt
Eine verschneite Landschaft, eine abgelegene Straße, zwei Männer im Gebüsch versteckt. Sie stehen sich gegenüber, nur durch die Straße voneinander entfernt, sie können sich nicht sehen, aber sie sprechen miteinander. Sie erzählen von Familienausflügen, von Betriebsfeiern, von diversen Liebschaften. Sie äußern sich heiter, bisweilen geradezu aufschneiderisch...
Das Stück, von dem hier die Rede sein soll, ist ein Auftragswerk, zu dem wir die Autorin Felicia Zeller eingeladen haben. Äußerer Anlass für uns war der «Fall Kevin», die Geschichte des kleinen Jungen aus Bremen-Gröpelingen, der an den Folgen schwerer Kindesmisshandlungen starb und im Oktober 2006 tot im Kühlschrank der elterlichen Wohnung gefunden wurde. Kevin ist...
Wir warn die eishockeymannschaft auf der fontaine. jeder kannte uns. von januar bis februar war klar. wenn wir mit schneeschiebern. hatten wirn räumdienst abgezogen. wenn wir mit den dingern unser revier aufm eis absteckten. war klar wer wir warn. horden zwölfjährige maulaffenfeil um uns. und pärchen in freizeitjacken schrien ihre wänster panisch zur sau, bevor sie...
