Untergang eines Mannsbildes
Machtstreben, Mord, Selbstzerstörung – «Macbeth» scheint das Shakespeare-Stück dieser Tage. Johan Simons hat es Anfang des Jahres als blutrünstige Gewaltstudie mit der Toneelgroup Amsterdam zelebriert, und Jana Schulz mordete sich noch kürzlich als traumatisierter Macbeth-Jüngling durch die Inszenierung von Karin Henkel an den Münchner Kammerspielen.
Geschlecht und Gewalt scheinen sich besonders gut an diesem Stück verhandeln zu lassen, immer eingedenk der legendären «Macbeth»-Inszenierung von Jürgen Gosch am Düsseldorfer Schauspielhaus (2005), in der sich eine Gruppe nackter, (kunst-) blutüberströmter Männer im Testosteronrausch über die Bühne schlug.
Am Schauspiel Essen beginnt Wolfgang Engel nun die Spielzeit mit einem vergleichsweise unblutigen Macbeth, bei dem auch die Gender-Frage nicht verhandelt wird. Vielmehr liegt der Akzent auf der Mechanik des einmal in Gang gebrachten Geschehens, das sich an einem immer bewegungsunfähiger werdenden Helden vollzieht. Fast schon auf die Größe eines Kammerspiels ist die Tragödie (in der Übersetzung von Thomas Brasch) eingedampft und auf knapp zwei kurzweilige Stunden komprimiert. Keine «Macbeth»-Inszenierung, die die Hütte zum Brennen ...
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Theater heute November 2013
Rubrik: Chronik, Seite 56
von Natalie Bloch
Lieber Otto, der Beweis Deines ewigen Daseins ist, dass Du jetzt da bist. Daher tut es mir umso mehr leid, dass ich wegen einer Magenlappalie bei Deiner Trauerfeier abwesend bleibe. Wie gern hätte ich allen Dich verehrenden und liebenden Menschen zugehört und Dir dabei zugeschaut in Deiner – Du wirst es womöglich noch als Geschenk erleben – großen Ruhe.
Ich glaube,...
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In der Nacht zum fünfzehnten August, etwa ein Monat vor seinem Tod, erzählte mir Otto Sander im Traum, daß sein erster Auftritt in der darstellenden Kunst bereits 1941, kurz nach seiner Geburt, stattgefunden habe. An der Seite des damals berühmten Paul Kemp sei er in den Anfangssequenzen eines Ufastreifens das schreiende Baby, ein Findelkind, gewesen, das den...
