Durch die Wüste
Was die Sehnsucht, Theater zu spielen, nährt? Mit welcher Verheißung das Theater verführt – was das ganze «Theater» soll, was es können sollte? Das zu beschreiben, braucht es eine Geschichte, die Geschichte von den blauen Tüchern.
Vor vielen Jahren, mit einem Freund auf einer Fahrt durch die marokkanische Wüste, stand winkend ein alter Mann am Ausgang einer Siedlung und bedeutete uns, anzuhalten. Neben ihm ein Junge; er sprach etwas Französisch, der Alte nur Arabisch. Wir begriffen bald, dass wir den Jungen in eine einige Kilometer entfernte Oase mitnehmen sollten.
Er sei der Sohn des Oasenhäuptlings, wir würden dort auf Nomaden mit ihren Kamelen treffen, hätten die Chance auf eine seltene Begegnung … Ich war überzeugt, dass nichts davon stimmen könne, und versuchte, meinen Freund von der Fahrt abzuhalten. Er jedoch glaubte den beiden – und so fuhren wir mit dem fremden Kind auf dem Rücksitz durch die marokkanische Wüste. Ich war mir sicher, dass wir spätestens nach dem nächsten Hügel einen Hinterhalt zu erwarten hatten: Wenn nicht Kopf ab, dann doch wenigstens Auto weg; ich sah uns nackt durch die Wüste kriechen, ohne Wasser, ohne Brot … Doch es gab diese Oase; alles, was die ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 132
von Sylvana Krappatsch
Zuerst stellt sich für mich sogleich die Frage, wie der Ort für dieses Traumangebot aussieht. Wo ich bin, ganz real.
Und da tauchen auch schon drei ehrwürdige Hallen auf. Ein Park mit alten Bäumen, einen Biergarten hat es, unmittelbar an einem breiten, langsamen Fluss. Das beeindruckt mich besonders. Ein unbestechlicher Begleiter, Einmitter, Erregungshemmer, der...
Die ukrainische Revolution und die russische Annektion der Krim haben erneut die Frage nach den Grenzen und Werten Europas gestellt.
Der Essayist und Schriftsteller Stephan Wackwitz, der seit 2011 das Goethe-Institut
in der georgischen Hauptstadt Tiflis leitet, erkundet sein Kiewer «Europagefühl» und erforscht politische Phantasmagorien des Ostens wie des Westens.
Tja.
Hier bin ich.
Ich hab’s geschafft: Ich habe überlebt. Ich spreche. Ich bewege mich. Es ist großartig.
Es ist großartig zu sprechen.
Ich bin nicht mitfühlend.
Bringen wir es hinter uns: Legen wir es vor uns auf den Tisch – wie die Autoschlüssel. Nicht mitfühlend.
Aber Moment: Welche Autoschlüssel?
Welcher Tisch? Gute Frage.
Ich möchte Ihnen danken.
Ich möchte Ihnen...
