Gegenkritik: Frank Castorf
Es wär’ ja nicht der Rede wert – dass Herr M. vom Berliner Boulevard, wie’s scheint, die eigene Uhr nicht lesen kann; und «Emil und die Detektive» zwei Drittel von drei, also ganze zwei Stunden lang per Video den Gauner Grundeis jagen sah. Und dass Frau B.
zwar für die größere Frankfurter Zeitung schreiben darf, hinter der durchaus auch klügere Köpfe stecken, und darum quasi jeden Abend ins Theater geht – trotzdem aber Michael Schweighöfer, den «Emil»-Gast vom Deutschen Theater, zum österreichelnden Boxtrainer mutieren lässt; der aber in Wirklichkeit Georg Friedrich heißt und wirklich Österreicher ist. Kleinigkeiten, sicher. Neu aber im Hau-wech-den-Scheiß-Umgangston vergangener Jahre ist das Ausmaß grober Klötze auf unsere (zugegeben) groben Keile.
Eisenhändler Castorf wurde auch früher schon für «irre» und bekloppt erklärt – von Herrn I. aus Frankfurt; und Herr St. gleich nebenan strafte Inszenierungen, die ihm nicht gefielen, mit achtzehn Zeilen Verachtung. Das aber waren immerhin die reisenden Groß-Verächter, das waren keine Notizen aus der Provinz. Vor allem aber die sind es, die jetzt so miefig-muffig nach Kampagne schmecken; das ist der Dreck, der schon seit geraumer Zeit ...
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Die Ausstellung in der Londoner Tate Modern mit dem Titel «The World as a Stage», die über Objekte und Installationen von 16 internationalen Künstlern die Beziehung zwischen Bildender Kunst und Theater erforschen will, weckt erst einmal einige Erwartungen: auf eine konzentrierte Auseinandersetzung mit Theater, vielleicht auch auf Lebendigkeit.
Falls man jedoch die...
Ihr neues Layout, sehr geehrte Redaktion, verliert meiner Ansicht nach gegenüber dem bisherigen. Getreue Leser, besonders so langjährige Leser und Sammler wie ich (mit einem Abonnement von «Theater heute» seit den 60er Jahren) mögen keine Veränderungen einer Zeitschrift, die sie lieben – eben weil sie so ist, wie sie ist. Mein genauer Vergleich vorher/ nachher...
So hat man die Nibelungen noch nicht gesehen: Edel zwar und zart die Züge Giselhers, doch von ziemlich exotischem Adel. Omar el-Saeidi ist von ägyptischer Abstammung, 1980 in Gießen geboren. Bruder Gerenots dunkles Antlitz umrahmen schwarze Rasta-Locken. Patrick Gusset kam 1979 in Basel zur Welt, sieht aber eher nach Nordafrika aus. Und dann stürmt Siegfried auf...
