Glück entlaufen
Die Buchstaben sagen nichts und strahlen dennoch Bedeutsamkeit aus. 13 Stück sind es, lebensgroß. In der Lichtinstallation (Bühne: Raimund Bauer) Sinn und Ordnung zu erkennen, gar eine chiffrierte Botschaft zu entschlüsseln, zählt zu den anspruchsvolleren Denksportaufgaben dieses 50 Minuten kurzen Theaterabends. Man kann die Leuchtlettern gruppieren, je nach Blickwinkel, zu «Hirn» und «Her», «Ehe» und «Hint», wohl auch zu «erinnert». Doch das Rätsel löst sich nicht, eine sinnlose Restmenge bleibt.
Damit ist schon einiges über Laura de Wecks drittes Theaterstück gesagt. «Für die Nacht» spielt im Nirgendwo, im unbestimmten Raum zu unbestimmter Zeit. Es geht um einen
Mann, der im Rollstuhl sitzt: Vincent Leittersdorf schiebt einen leicht herrischen Tonfall
vor sich her, da hadert ein Mensch damit, dass er dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen ist. Mit seinem Sohn (Benjamin Kempf) reicht es kaum zum Austausch von Belanglosigkeiten: Emotional stehen sie sich so nah wie Fremde, die einander auf einer engen Treppe rempeln und anraunzen – also so nah wie Vali, die Pflegerin (Katharina von Bock), und der Penner (Martin Hug). Dass sich diese beiden Szenen auf der Bühne parallel abspielen, ...
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Theater heute Juni 2011
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Stephan Reuter
Donnerstag, 2.
20.15, ZDFkultur: zdf.kulturpalast – Performing Arts & More, mit Pegah Ferydoni
(vgl. die Seiten 46–48 in diesem Heft)
20.45, ZDFkultur: Via Intolleranza II – von Christoph Schlingensief. Aufzeichnung vom Theatertreffen Berlin 2011
(vgl. TH 10/10+5/11)
22.15, ZDFkultur: The African Twintowers – Projekt (2009) von Christoph Schlingensief, mit Irm...
Wer gedacht hat, über Thomas Bernhard sei schon alles gesagt, wird sich wundern. In Sepp Dreissingers «Was reden die Leute» sind 58 Begegnungen mit Nachbarn, Freunden, Bekannten versammelt, die sich an den Schriftsteller, Dramatiker, Grundbesitzer und österreichischen Hassliebenden erinnern. Zum Beispiel der Maler Gerhard Weigl, der Bernhard Mitte der 60er Jahre...
Denkmalgeschützt ist der Komplex der ehemaligen Kölner KFZ-Anmeldestelle gewiss nicht. In seiner Verkommenheit und der Aura des Exterritorialen lag für SIGNA der Reiz, den mehrstöckigen Riegel aus Ziegeln und Beton mit bröckelnden Kanten und heruntergelassenen Jalousien für eine Performance-Installation umzuwidmen – die dritte von Signa & Arthur Köstler sowie...
