True love comes out of work
Sommer! In diesem Sommer auch in Hamburg», versprach das Internationale Sommerfestival auf Kampnagel seinen Besuchern. Womit man in jahreszeitlicher Hinsicht natürlich wenig falsch machen konnte. Doch nachdem die Sonne das Raumkunst gewordene Fabrikgelände – dekorativ hippes Neonpink über rostender Industrierequisite, das verbleibende Umgebungsgrün mit Kunstschnee bedeckt, der Boden eine Sägespansahara – zum Auftakt kurz beschienen hatte, machte das Wetter dem thematischen Festival-Schwerpunkt «Klimawandel» alle Ehre.
Ein echter Hamburger Dauerregen verwandelte die künstlerisch sinnträchtigen Elemente in eine experimentelle Mikrokatastrophenlandschaft, vor allem für Sandalenträger.
Shakespeare am Telefon
Rekordverdächtige 18.800 Besucher ließen sich davon nicht beeindrucken, tummelten sich naturgemäß aber eher in den zumeist ausverkauften 35 Theater- und Tanzevents als im temporären Paddelboothafen am ans Gelände grenzenden Osterbekkanal. Neben den allseits bekannten Festival-Jetsets Needcompany, Meg Stuart oder Rosas (de Keersmakers) kuratierte Matthias von Hartz für sein erstes Sommerfestival auch nicht ganz frische Neuerscheinungen wie den belgischen Bildenden Künstler Kris ...
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Bescheidenheit sieht anders aus: Ein brüllend bunter MGM-Löwe auf dem Titel fletscht seine makellosen Eckzähne dem Publikum entgegen. Der Spielzeitprospekt des Zürcher Schauspielhauses ist mit reißerisch noch zurückhaltend beschrieben und legt auch keinen Wert auf lange Haltbarkeit. Papier und Format wie eine Tageszeitung, die Motive im Stil von Bollywood-Plakaten....
Shakespeares «Was ihr wollt» ist nicht nur eine Komödie, seine beliebteste, sondern auch ein Stück über das Irrewerden an der eigenen Identität, in das die Liebe und die ihr innewohnenden Projektionen seine Protagonisten stürzt. Wird man ein anderer, wenn man vom Rock in die Hose wechselt? Wer werde ich durch den Blick des anderen, der mein Geschlecht verkennt? Im...
