Sofa-Bilanz auf Eis

Falk Richter «Im Ausnahmezustand»

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Da hat man es endlich geschafft, lebt erfolgreich bis an die Zähne in der exklusivsten Gated Community, einem Garten Eden der Zivilisation, wo sichere Lebensverhältnisse und die Annehmlichkeiten des westlichen Lebens geboten werden, und dann das: Falk Richter schreibt ein neues Stück, nennt es «Im Ausnahmezustand» und macht alles schlecht.

Eine Kleinfamilie – Mann, Frau, Junge –  in zeitloser Ibsen-Schockstarre: Gefühlsleben nicht mehr tastbar, die Existenzburg bröckelt vor sich hin, die Lebenslügen können sich vor Gähnen kaum aufrecht halten.

Der Mann leidet an Burn­out im letzten Stadium, schläft mit offenen Augen am Hightech-Arbeitsplatz und bringt von Monat zu Monat ein paar entscheidende Prozent weniger Leistung. Die Frau bibbert vor Verlustangst und Paranoia und konzentriert die noch vorhandenen Energien, den verfallenden Gatten lückenlos zu überwachen und zu letzten existenzerhaltenden Höchstleistungen anzutreiben. Der Junge hat längst jeden inneren Elternkontakt gekündigt und ist auf dem Absprung in die verlockende Welt jenseits der bewachten Tore. Ort der Handlung wie seit Menschengedenken ein gediegenes Wohnzimmer mit reichlich Alkohol.

Der Autor als Regisseur entwickelt ...

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Theater heute Januar 2008
Rubrik: Chronik, Seite 47
von Franz Wille

Vergriffen
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