«Das würde ich als Utopie bezeichnen»
Klaus kann eine ganz große Demut vor anderen Leuten haben, vor Werken anderer Menschen, vor künstlerischen Hervorbringungen, nicht nur vor solchen, die Jahrtausende zurückliegen, sondern auch von denen von Zeitgenossen. Unter all dem liegen die poetischen Ströme und Räume von Klaus. Das ist es, was einen wie mich am allermeisten zu ihm hinzieht. Auch das ist schwer zu definieren. Es fällt mir auf, dass Klaus der einzige Mensch ist, mit dem ich längere Zeit gearbeitet habe und nie, nie das Bedürfnis hatte, hinter sein Geheimnis zu kommen.
Ich war immer sehr gern mit Klaus zusammen, auch mit seiner physischen Gegenwart. Ich mag seinen Körper, ich mag seine Tischmanieren, ich mag seine Art, jemanden anzusehen, ich mag seine grundsätzliche Höflichkeit Menschen gegenüber, bis sie sich als Feinde herausstellen. Dann kann er auch sehr bestimmt werden, aber auch da ist er nie in einer kleinlichen Weise verletzend. Er kann steil und hart werden, weil er auch ein stolzer Mensch ist.
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In den «Bakchen» wurden die Fußböden aufgerissen und ein Mann herausgezogen. Dieses Bild ist für mich ein sehr Grüberscher Vorgang. Es hängt mit dem Begriffspaar von Nähe und Ferne oder Verbergen und ...
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Theater heute April 2019
Rubrik: Nachruf Bruno Ganz, Seite 12
von
Es lohnt sich, vor Beginn der Aufführung die Synopsis im Programmheft zu lesen. Da erfährt man, dass das Stück im Jahr 3000 spielt, wenn ein großer Teil der Menschheit längst in Weltraumkolonien ausgewandert ist, während sich der auf der Erde verbliebene Rest mit knappen Ressourcen, geschmolzenen Polkappen und einem «neokommunistischen» System herumschlagen muss....
Putzt euch die Zähne – und hofft, dass ihr den Tag überlebt!», mit diese Appell entlässt Nikita Dhawan die rund 150 Teilnehmenden des zweiten Flausen-Bundeskongresses «The Politics of Art» in den Tag. Das hat man davon, wenn man die renommierte Professorin für Politische Theorie und Gender Studies nach der Rolle von Kunst und Moral in politisch desolaten Zeiten...
Professor Andrzej Wirth würde ich zutrauen, auch noch nach seinem Tod überraschend aufzutreten. Zwei Tage nach seinem Tod bin ich alleine in meiner Wohnung, die einmal seine war. Ich sitze im Wohnzimmer, das er Studio nannte, und höre die Badezimmertür zuschlagen. Ich schaue nach, aber da ist niemand. Ich laufe ins Arbeitszimmer, das er Salon nannte, in dem jetzt...
