Ein fürsorglicher Herbergsvater
Der Meister lud zur Bauprobe – ein Vorgang, bei dem Schauspieler kaum vonnöten sind; es geht um technische Dinge, Sichtlinien und dergleichen, ein erstes Kennenlernen der baulichen Begebenheiten eines Bühnenbildes. Doch diesmal war alles anders, und so sollte es den gesamten Produktionsprozess über bleiben.
An der Brandmauer, ganz hinten in diesem riesigen Bühnenhaus, stand ein mir bis dahin noch nicht bekannter Schauspieler, nackt.
«Herr Dings, stellen sie sich neben ihn, verführen sie Herrn X.
»
Ich, verständlicherweise sehr irritiert, stellte mich erst vor, um dann dem Kollegen im direkten Anschluss halbherzig an die Brust zu fassen, eine Entschuldigung stammelnd.
Immer wieder neue Lichtstände, meterlange Seidenbahnen werden durch den Raum gezogen, Arrangements werden ausprobiert, schon ist man Teil eines ungeheuren Gestaltungswillens.
Wenige Tage danach ein Brief mit handgezeichneten Skizzen des Meisters von seinen Probeneindrücken, dazu eine Zeile: «Bitte bleiben Sie dabei, mit herzlichem Gruß.»
Was für ein Geschenk, man war gemeint. Monate später dann eine vorher nie erlebte Probenintensität, einerseits der unbedingte Wille, eine Vision ästhetisch und inhaltlich ...
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Es muss ein Versprechen im Theaterspielen geben, das extreme Widerstandskräfte ausbildet. Wie sonst hält es ein Mensch aus, permanent vom Urteil anderer abhängig zu sein, sich lebenslang Kritik und verletzenden Bemerkungen auszuliefern? Was macht den Schauspieler immun gegen Misserfolge, die er sich nicht erklären kann? Wie schützt er sich gegen Verzweiflung, wenn...
Fernsehen
Freitag, 1.
12.30, Theaterkanal: Butterfly Blues – von Henning Mankell, der auch Regie führte.
Aufzeichnung aus dem Schauspielhaus Graz 2003
19.00 Theaterkanal: Theaterlandschaften: Theater Magdeburg – vorgestellt von Esther Schweins – ein Film (2008) von Matthias Schmidt
19.30, Theaterkanal: Andreas Kriegenburg im Gespräch (vgl. auch die Seiten 11/12 in...
Eine Inszenierung von Hebbels «Nibelungen»-Trilogie, die keine drei Stunden dauert, ist
selten. Die Fassung, die der österreichische Dramatiker und Regisseur Volker Schmidt für das Linzer Theater Phönix erstellt hat, ist aber nicht nur stark eingestrichen. Der Autor Schmidt hat Hebbels Verse zum Teil auch sprachlich bearbeitet, der Regisseur hat für das Stück ein...
