Wien: Doppelte Entfremdung
Die Konkurrenz ist groß. Am Arbeitsmarkt genauso wie draußen in der freien Wildbahn. Dort kämpfen Zebra und Löwe um die Vorherrschaft über die anderen Tiere und gehen dabei strategische Allianzen und erfolgsorientierte Partnerschaften ein. «Up or out» lautet ein Prinzip neoliberaler Arbeitswelten, in der Tierwelt des Roland Schimmelpfennig heißt es dagegen: «Entweder er oder ich.»
«Das Reich der Tiere» hat Schimmelpfennig die 2007 am Deutschen Theater in Berlin von Jürgen Gosch uraufgeführte Parabel über die schönen neuen Arbeitswelten und ihre hässliche Fratze genannt.
Acht Jahre und eine tiefgreifende Wirtschaftskrise später hat der Autor jetzt am Wiener Akademietheater das Stück selbst in Szene gesetzt, und man möchte meinen, dass der Diagnose von damals noch einiges hinzuzufügen wäre. Die unsicheren Zukunftsaussichten und prekären Arbeitsverhältnisse, die Schimmelpfennigs Schauspieltruppe am eigenen geschundenen Leib zu spüren bekommt, sind schon längst auf einen Gutteil der Gesellschaft übergeschwappt. Doch statt den Finger auf Wunden zu legen, entgleitet Schimmelpfennig das Stück in die Banalität.
«Kein Mensch erinnert sich noch daran, dass es dich überhaupt gibt», ...
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Theater heute April 2015
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Stefan Hilpold
Samuel Koch, der bei «Wetten, dass …?» verunglückte Schauspieler, ist das jüngste Beispiel für die Diskussion über Inklusion auf dem Theater. Bei den bisherigen Inszenierungen des Staatstheaters Darmstadt mit Samuel Koch schien es um die Erkundung der Wirkungen zu gehen, die entstehen, wenn ein Querschnittgelähmter die Rolle eines körperlich nicht Behinderten...
Personen
Felix
Tobi
Philipp
Sechs Brüder
Mädchenchor
Ausrufer
Sebastian
Kay
Partygäste
No love lost. No love lost.
Joy Division
FELIX-SZENE
Bruder 2 jetzt kommst du heraus aus den schlechten Verhältnissen
Felix für das ganze schlechte Verhältnis ist kein Geld nur für jeden siebten einer Familie und der Staat hat eben mich gewollt
Bruder 1 versteht sich
Felix mich...
Hippiekitsch!» – «Petit Bourgeois!»: Das war so die Munition, die sich die Kontrahenten auf dem Höhepunkt der von Patrick Wildermann moderierten Diskussion an die heiß geredeten Köpfe knallten. Als Letzterer wurde der Kunsthistoriker und Co-Kurator der HAU-Veranstaltungsreihe «Phantasma und Politik» Helmut Draxler belächelt, der in seinem Eröffnungsvortrag...
