Von der Lust, auf Topfdeckel zu schlagen
Ich war dabei. Beim ersten Baggerbiss in den Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Beim ersten Einsatz von Wasserwerfern gegen Demonstranten im Stuttgarter Schlossgarten. Ich war dabei in Volker Löschs ahnungsvoller Inszenierung «Faust 21» im Schauspielhaus. Ich war dabei in Volker Löschs Produktion «Manifeste des Widerstands». Drei Jahre später stand ich vor dem Nordflügel des Stuttgarter Hauptbahnhofs auf der Straße und skandierte «mitbürger! wer kämpft / kann verlieren / wer nicht kämpft / hat schon / verloren».
Stand auf der Zuschauertribüne im Stuttgarter Rathaus, zur ersten Stadtratsitzung nach der Sommerpause, und skandierte «wir fordern / einen sofortigen baustopp / wir fordern / ein moratorium / für stuttgart 21!» Wie konnte das passieren? Wie wurde aus einer unwilligen Stuttgartbewohnerin eine erbitterte S21-Gegnerin, eine Kämpferin für den Kopfbahnhof K21?
Nun, das Theater hat mich auf die Straße gebracht.
Schreien in Stuttgart
25.8. Mein Telefon piepst. SMS, Parkschützer-Alarm: «Am Nordflügel beginnt jetzt der Abriss!» Der gefürchtete Tag X. Ich fahre sofort zum Bahnhof. Eine neue Absperrung vor dem Bauzaun. Pro Meter ein Polizist, eine Polizistin. Ein gelber ...
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