Dresden: Politisch und privat

Schiller «Die Verschwörung des Fiesko zu Genua», Wolfgang Herrndorf «Bilder deiner großen Liebe

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Schwer was los bei Fiesko, dem Grafen von Lavagna (Christian Erdmann): Die Upperclass zu Genua hat sich ums gräfliche Designer-Tischchen zum Flaschendrehen versammelt – wobei sich It-Girl Julia (Karina Plachetka) schwer enthemmt als Flasche zur Verfügung stellt. Fiesko-Gattin Leonore (Ines Marie Westernströer) hottet unterdessen im hochpreisigen Silber-Top ab, während der Meister selbst im semitransparenten Hemd am Plattenteller steht.

Keine Frage: Derart zwangsverruchte Machteliten-Orgien kriegt man nur im Theater zu sehen! Und für diejenigen, zu denen trotzdem noch nicht durchgedrungen ist, dass es sich bei Dekadenz, schlüpfrigen Entgleisungen und Edeldrogenmissbrauch auf jeden Fall um schmutzige Privilegien derer «da oben» handelt, steht am Schiebetür-Eingang des zylinderförmigen Fiesko-Saales (Bühne: Marc Bausback) vorsichtshalber ein Hinweisschild: «Geschlossene Gesellschaft».

Auch ansonsten streicht Jan Philipp Gloger in seiner Schiller-Inszenierung «Die Verschwörung des Fiesko zu Genua» auf der großen Bühne des Staatsschauspiels Dresden das Nächstliegende heraus. Der undurchsichtige, jüngst zum «Lebemann» mutierte Fiesko, den die republikanisch besorgten Nobili anno 1547 zur ...

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Theater heute Mai 2015
Rubrik: Chronik, Seite 55
von Christine Wahl

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