Tableaux der Deformation
Zwei Königinnen auf einer großen Bühne, getrennt durch eine Wand, ausladend Platz für beide: der Idealzustand. Weil es aber in Michael Thalheimers Planspiel nach Schiller kein gerechtes Teilen von Macht, Gunst und Einfluss geben kann, verharrt Olaf Altmanns riesige schwarze Trennwand nicht in der Bühnenmitte, sondern dreht mal schräg nach links, mal nach rechts, verkleinert bzw. vergrößert den Spielraum der jeweiligen Königin. Immer wieder wird eine der beiden an den Rand gedrängt, bleibt aber präsent, auch wenn die Szene gerade der anderen gehört.
Schicksalhaft sind die beiden miteinander verbunden. «Schwester» wird Maria, die schottische Königin, später Elisabeth, die Regentin von England, nennen, um die Ranggleichheit und die entfernte Verwandtschaft zu betonen. Aber von Anfang an lässt Bert Wrede bedrohliche Gitarrenklänge durch den Raum hallen. Klar, dass das Ganze kein gutes Ende nehmen wird.
Thalheimer hat Schillers großes politisches Drama nicht entkernt, aber zumindest entschlackt. Die meisten Nebenfiguren sind gestrichen, und deshalb muss besonders Valery Tscheplanowas der Verschwörung angeklagte Maria Stuart die meiste Zeit allein für sich
einstehen. Im edelschlichten ...
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Theater heute Mai 2011
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Paula van Bergen
Liebe Redaktion,
ich muss leider passen. Denke seit einigen Tagen herum, aber soooo richtig fällt mir nichts ein. Zumindest habe ich immer gleich schon selbst überzeugende Gegenargumente. Elfriede Jelineks «Werk/Bau/Sturz» in Köln, ja, aber wollen wir zweimal Jelinek? Christine Dössel hat die Auswahl von München gut begründet. Philipp Löhles «supernova» in Mannheim,...
Warum kann man sich kein Musical vorstellen, das von Phil Collins handelt? Oder von Paul McCartney nach den Beatles? Von Nena gar? Das sind Fragen, die man sich auch noch stellen kann, wenn man drei Musiker-Musicals in loser Folge schaut, die im ersten Moment wenig eint. Außer der Tatsache, dass es nun auffallend viele Produktionen gibt, die Musikerbiografien...
Theater heuteWir haben lange überlegt, von welcher Seite aus man die diesjährige Theatertreffenauswahl in die Mangel nehmen könnte, aber die Sache ist verdammt wasserdicht: 30 Prozent Frauenquote, 10 Prozent Türken, 30 Prozent Freie Szene, 30 Prozent neue Stücke, zweimal Osten, vier neue Gesichter. Da kann keiner meckern!
Vasco BoenischJa, es ist das Jahr der...
