Imitation of Life
«Faserland», Christian Krachts einst so aktuelles Zeitbild der neunziger Jahre hat inzwischen selber Patina angesetzt. Vieles von dem, was Kracht beschreibt, liest sich heute wie eine Geschichte aus einer anderen Zeit, in der nach dem Ende des Kalten Krieges in den Feuilletons vorschnell vom «Ende der Geschichte» gesprochen wurde und der 11. Septem– ber samt «Krieg gegen den Terror» noch vor uns lagen.
Eine Zeit der Orientierungslosigkeit, in der sich jahrzehntelange gesellschaftliche Großkonflikte plötzlich auflösten und die größte Massenbewegung nicht Attac, sondern die Love Parade war.
Robert Lehniger lässt dieses Zeitbild als faszinierendes, mehrdimensionales Psychogramm wiederauferstehen. Vier Schauspieler (Lisa Natalie Arnold, Dominik Maringer, Oscar Olivo, Sandro Tajouri und Martin Vischer) sprechen auf einem Bühnenpodest (Bühne und Kostüme: Irene Ip) Krachts Text und begeben sich auf eine Deutschlandreise. Im Hintergrund eine Leinwand mit Videoprojektionen von den Orten von damals, an die die Schauspieler 17 Jahre später mit einem Kamerateam zurückgekehrt sind. Die Verbindung dieser Bild- und Textebene klappt wunderbar, vor den Dünen auf Sylt spricht Martin Vischer vom ...
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Theater heute Juni 2012
Rubrik: Chronik, Seite 58
von Alexander Kohlmann
Mäandernd durch Wirklichkeit und Einbildung, Wachträume und geborgte Erinnerungen erzählt Peter Handke in «Immer noch Sturm» vor allem vom Durchhalten, von dem Willen, sich mit Gefühl und Gehirn gegen das Vergessen, die Auslöschung, gegen den Ausverkauf der Identität zu wehren. Den Spuren seiner eigenen Familie nachforschend, lässt er seine Figuren straucheln,...
Es ist müßig, wie David Barnett den Nachweis führen zu wollen, dass Rainer Werner Fassbinders Bedeutung als Theaterregisseur ebenso bedeutend gewesen sei wie die als Filmemacher; zumal der englische Theaterwissenschaftler dann noch glaubt, Fassbinders wesentlichen Beitrag zum deutschen Nachkriegsdrama nicht nur in den Stücken selbst nachweisen, sondern auch «in den...
Es geht ums Reden, Feiern, Austausch. Ums Kennenlernen und Befreunden. Und es geht ums Gewinnen. Für eine oder einen enden die sechs Tage des Wettbewerbs der Regieschulen in der Gaußstraßen-Dependance des Hamburger Thalia Theaters mit einer Urkunde und 10.000 Euro Produktionskostenzuschuss für die nächste Arbeit an einem deutschen Stadttheater oder in der Freien...
