Auf Goldgrund
Seinen Segen hatte Staffan Valdemar Holm schon gespendet, bevor er selbst die höheren Weihen empfangen konnte. Auf einem Video sieht man den 1958 geborenen Holm, der zuvor Intendant in Malmö und am Stockholmer Dramaten war, als Pfarrer, der die Beerdigung von «Michel Houellebecq» geistlich begleitet, wie es Michel Houellebecq für sein literarisches Alter Ego in «Karte und Gebiet» schildert.
Trotz verzögerter Fertigstellung des Düsseldorfer Schauspielhauses und verschobener «Hamlet»-Premiere dürfte er dennoch kaum viel Zeit für solche Mätzchen unter Falk Richters Regie gehabt haben. Ob er aber durch Erfahrungen mit dem rheinischen Schlendrian, einem sich den Boden selbst abgrabenden städtischen Bauwahn und Fehlkalkulationen bei Sanierung und akustischer Umrüstung des nun kompakteren Großen Hauses vom Glauben abgefallen ist, wer weiß. Allein, auf weltliche Weise evangelisch und protestantisch nüchtern bleibt es, wenn Holms «Hamlet» an zentraler Stelle den Pastorensohn und Gottessucher Ingmar Bergman zitiert. Ohne den Schweden geht es nicht bei dessen Landsleuten.
Familienaufstellung «Hamlet»
Es ist alles Gold, was glänzt. Die Bühne von Bente Lykke Moller – ein matt gleißender, ...
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Theater heute Dezember 2011
Rubrik: STARTS/AUFFÜHRUNGEN, Seite 12
von Andreas Wilink
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