Unter «Spastis und Hirnis»

Schauspieler Joachim Meyerhoff schreibt seine Memoiren weiter: «Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war»

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Dass der Extremschauspieler Joachim Meyerhoff auch jenseits der Bühne maßgebliche Alleinstellungsmerkmale aufzuweisen hat, wissen wir spätestens seit seinen autobiografischen Leseperformances «Alle Toten fliegen hoch 1–3» an der Wiener Burg vor fünf Jahren: Auf einen Schulweg voller martialisch Glöckchen schwingender Groß­schweiger oder plastikpistolenbewaffneter Hob­bygrenzposten, die mit einem fröhlichen «Na, wieder ficki-ficki machen?» imaginäre Schlagbäume öffnen, können die Wenigsten zurückblicken.

(Und falls doch, würden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit an Meyerhoffs plastischem, im besten Sinne detailversessenen Erzählsound scheitern.)

Der Schauspieler wuchs – als Sohn des ärztlichen Anstaltsdirektors – auf dem Gelände einer norddeutschen Kinder- und Jugendpsychiatrie auf. Und dieses von höchst speziellen «Spastis und Hirnis» flankierte Familienleben – wie die Meyerhoff-Kinder der sechziger Jahre ihre Mitmenschen in einer von keines PC-Gedankens Blässe angekränkelten Zärtlichkeit zu nennen pflegten – steht nun im Zentrum des zweiten Meyerhoff-Romans:

Nachdem sich Part eins – «Alle Toten fliegen hoch. Amerika» – um ein Teenie-Austauschjahr in Wyoming drehte, blickt der soeben ...

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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Magzin: Bücher, Seite 61
von Christine Wahl

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