Neue Stücke
Ein Paar kommt selten allein. Zu viert kommt einfach mehr Stoff auf den Tisch. Wie bei Martin und Carol, dem Paar im neuen Stück des Dramatikers des Jahres Roland Schimmelpfennig, das sich in Afrika als «Ärzte ohne Grenzen» um ein Waisenkind kümmert und es im Bürgerkrieg zurücklässt. Nach ihrer Rückkehr treffen sie Liz und Frank wieder, die zuhause blieben und ein eigenes Kind bekamen.
Um die schwierige Definition von Moral und Verantwortung geht es in «Peggy Pickit sieht das Gesicht Gottes»; am Deutschen Theater Berlin bestreitet Martin Kusej die Uraufführung, Wilfried Minks zieht einen Tag später am Thalia Theater Hamburg nach.
Höchst flexible Identitäten vom SS-Mann bis zum Elch stülpen sich die beiden Paare in «Perplex», dem neuen Stück von Marius von Mayenburg über, das er an der Berliner Schaubühne eigenhändig inszeniert.
Theresia Walser und Karl-Heinz Ott sind selbst ein Paar und haben gemeinsam die Vision eines nachbarschaftlichen Abendessens zu viert ausgeheckt, bei dem die unschöneren Seiten des Paarlebens nicht nur zur Sprache kommen. In Mannheim treibt Burkhard C. Kosminski den Alkoholspiegel in die Höhe.
Dann schon lieber Familie? Auch nicht wirklich. Denn im ...
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Es ist ein langer Blick zurück, ein Blick auf Ceausescus Regime, das zu Weihnachten 1989 ein rasches Ende fand. Milo Rau hat gemeinsam mit Marcel Bächtiger vom Sturz des rumänischen Diktators und seiner Frau Elena eine Filmdokumentation geschaffen, die einerseits Szenen aus der gleichnamigen Inszenierung wiedergibt und sie mit Ausschnitten von Fernsehberichten...
Sei’s die bayrische Provinz oder die amerikanische Vorstadt, ersticken kann man in beiden. Rigide Wertesysteme prägen diese Welten, und deren Anforderungen genügt eine ganze Reihe Menschen nicht. Sie werden zu Randständigen, zu Außenseitern. Der Bühne als Spiegel der Gesellschaft kommt das entgegen, denn der Blick aufs Ganze ist vom Rand aus bekanntlich klarer. Die...
Schlendert man mal nicht nur schaufensterbummelnd, sondern auf der Suche nach dem «Theater der Stadt» über Münchens Edelboulevard Maximilianstraße, muss man schon genau hinschauen, um nicht an den beiden tunnelartigen Eingängen ins Foyer der Kammerspiele vorbeizugehen. In der neogotischen Fassadenherrlichkeit kommt das Theater nicht vor, und oft genug findet...
