Arbeit am Heute

Zum Tod von Niels Ewerbeck – ein Gründer und Aufbauhelfer der freien Produktionshäuser

Theater heute - Logo

Lieber Niels,
am Tage der Nachricht über Deinen Tod haben viele Menschen, die Dir nahestanden, die mit Dir zusammengearbeitet haben, die Dich kannten, miteinander geredet. Keiner von uns kann verstehen, dass Du nicht mehr unter uns weilst. Wir wissen zu wenig, um zu verstehen. Ich versuche – wie alle anderen – meine Erinnerungen mit einigen Fragen und Beobachtungen aufzuschreiben, um Abschied zu nehmen und Dich doch bei uns zu behalten.

Niels Ewerbeck, Kunsthändler, Kunsthistoriker und Galerist, hatte das Theater entdeckt und eine Leidenschaft für diese merkwürdig un­ruhige Szene der fahrenden Leute entwickelt. Nach seiner «Lehrzeit» an der Schaubühne Berlin, beim Festival «Theater der Welt» in Dresden und am Hebbel-Theater Berlin, wurde er 1999 zum künstlerischen Leiter und Geschäftsführer für das neu zu gründende Forum Freies Theater (FFT) Düsseldorf gewählt.

Ich gratulierte ihm und freute mich, dass es ein weiteres Haus auf der spärlichen deutschen Landkarte der Freien Szene geben sollte. Niels antwortete mit der direkten Frage, ob ich mir vorstellen könnte, Berlin zu verlassen und mit nach Düsseldorf zu kommen. Ich stimmte zu, und wir haben uns zusammen in dieses Abenteuer ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute November 2012
Rubrik: Akteure, Seite 54
von Carena Schlewitt

Weitere Beiträge
Liebesnöte am Grab

Wenn ein israelischer Erfolgsautor ein Stück über Steinigung im Iran schreibt, ist man geneigt, es als Kriegspropaganda abzustempeln. Doch Jos­hua Sobol (*1939), der in Israel und auch Deutsch­land zu den meistgespielten israelischen Dramatikern gehört, widersetzt sich gerne Schubladen und Ideologien und thematisiert in seinen Stücken provokant auch israelische...

Klammergriffe und Kabbeleien

«Warum nimmt ein Jude keine Schmerzmittel? – Weil der Schmerz dann aufhört.» Sollte man ruhig öfter probieren: Zum Auftakt eines Theaterabends ein paar Witze erzählen, so wie Natalia Belitski in der Box des Deutschen Theaters. Das lockert auf und wärmt an. Und verspricht im Fall von Marianna Salzmanns «Muttersprache Mameloschn» obendrein etwas, das auch gehalten...

Kinder- und Jugendtheater: Zwischen Werkstatt und Werbung

Nein, es war kein Nachwuchsfestival, diese dritte Boxenstopp-Reihe, und am Ende wurde es sogar richtig alt. Drei arrivierte Autoren, Esther Becker, Carsten Brandau und Anja Tuckermann, hatte die Jury zum Deutschen Kindertheaterpreis und Deutschen Jugendtheaterpreis ausgewählt für ein Stück-Stipendium. Die Ergebnisse waren Anfang Oktober im Theater der Jungen Welt...