Basler Hängung
Die Schüler kommen aus verschiedenen Ländern Schwarzafrikas und des Maghreb, aus China und der Pariser Banlieue, wo sie zusammen zur Schule gehen. Ihre Eltern sprechen oft kein Französisch; einige leben hier illegal. Sie haben ein feines Gespür für die offenen und versteckten Überlegenheitsgefühle ihrer Lehrkräfte und wissen genau, dass ihre Aufstiegschancen begrenzt sind. Als fürchteten sie Energieverschwendung, legt sich nur ein Bruchteil von ihnen ins Zeug.
Nebenbei haben sie alle Hände voll damit zu tun, sich abzugrenzen und dazuzugehören: zu den Rappern, Goths, den Fußballfreaks und coolen Girls, zu denen, die sich als Franzosen fühlen oder jenen, für die das überhaupt nicht in Frage kommt.
Nicht ganz so verschieden wie diese Schüler sind ihre Lehrer. Zwar gibt es Alte und Junge, Ehrgeizige und Resignierte, Bürokraten und Empathiker, Hardliner und solche, die auf liberale Methoden schwören. Aber sie alle sind Franzosen qua Geburt oder Überzeugung, verbunden durch Bildung, ein Minimum an Idealismus (reich wird hier keiner) und das System, in dem sie tätig sind. Ein System, dem man den Geldmangel zwar ansieht, das aber mit seinen auf demokratische Mitsprache bauenden Gremien und ...
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Theater heute Februar 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 13
von Eva Behrendt
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