We are family

Die bösen Keime, die in Familien wuchern, untersuchen in Bonn zwei neue Stücke: Sibylle Bergs Weihnachtsgroteske «Lasst euch überraschen» und Andrew Bovells Saga «Das Ende des Regens», eine deutsche Erstaufführung. Von Barbara Burckhardt

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Im Programmheft zu Sibylle Bergs neuestem Beitrag zur Zersetzung bürgerlicher Fassaden bemüht die Bonner Dramaturgie den wertekonservativen Verfassungsrichter Udo di Fabio als entschlossene Gegenstimme: «Die Familie», behauptet er eisern, «ist eine Lebensform des Menschen, ein sozialer Raum der Nähe, von dem aus der Zivilisationsprozess immer wieder erneut seinen Ausgangspunkt nimmt.» Folgt man den beiden Premieren, mit denen das von Kürzungsattacken heimgesuchte Schauspiel Bonn in die Adventszeit startete, besteht begrenzte Hoffnung für diesen Zivilisationsprozess.

Die Familie ist die Keimzelle aller Katastrophen, scheinen Sibylle Berg und Andrew Bovell beweisen zu wollen, der soziale Raum, den sie beschreiben, ist erfüllt von bösartigen Schmähungen (Berg) oder abgründigem Verschweigen (Bovell).


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Theater heute Februar 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Barbara Burckhardt

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