Von Katastrophe zu Allgemeinplatz

Owen McCafferty «Ein Tag im Leben des Frank Coin»

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Der Originaltitel lautet «Scenes from the Big Picture», und das trifft das Stück-Werk des irischen Dramatikers Owen McCafferty weitaus besser als der deutsche Übersetzungsversuch mit «Ein Tag im Leben des Frank Coin». Der soll so etwas wie eine «runde Sache» versprechen, immerhin einen Anfang und einen Ausklang in einem freilich endlosen Kreislauf; die Befindlichkeit einer einzigen Person, um die herum – gleich dem anderen berühmten A-Day-in-a-life-Iren, Herrn Bloom – die Welt ihren ganz normalen (Unter-)Gang nimmt.

Mit dem «Ulysses» aber hat «Ein Tag …» gerade mal die plus-minus 24 Stunden gemein und die Tatsache, dass die Probleme im irischen Vorstadt-Abseits (dort Dublin, hier Belfast) alles andere als kosmos-erschütternd sind; die sprachliche Sezierung und Überspitzung des Banalen bleibt bei McCafferty allerdings Fehlanzeige.

Das «große Bild», das dem Autor vorschwebt, ist die kleine Welt, und seine «Szenen», die er mal im Vorbeigehen, mal mit voyeuristischem Stier-Sinn aufnimmt, sind Momentaufnahmen aus dem Leben einer Handvoll Menschen, denen der Zufall einen lässigen Strich durch die Glücksrechnung gemacht hat. Diese Helden des Alltags sind alt und jung, verliebt und ...

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Theater heute Mai 2006
Rubrik: Chronik, Seite 36
von Bernd Noack

Vergriffen
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