Neurosen zu Pointen
Das Raffinierte an Woody-Allen-Witzen ist, dass man immer denkt, man müsse das doch eigentlich auch können. Dieses wuselige Umformen alltäglicher Misslichkeiten und Neurosen zu Pointen. Was natürlich nicht stimmt. Aber dass man dazu jüdisch sein und in New York leben muss, stimmt ebensowenig. Von London aus geht es auch. Schon seinen letzten Film, «Match Point» von 2005, drehte Allen in der englischen Hauptstadt, und die Begegnung mit den Neurosen und Sublimationsstrategien der Briten hat ihm ebenso gut getan wie die Zusammenarbeit mit Scarlett Johansson als neuer Heldin.
Seither gilt der inzwischen 70-jährige Allen als Garant eines preisenswürdigen Alterswerks im E-Fach. «Scoop» zeigt noch einmal im Komödienformat, dass der Nebbich-Humor weder an Ort noch Alter gebunden ist.
«Scoop», was im Zeitungsgeschäft soviel heißt wie «Knüller», führt die Auseinandersetzung des notorischen Manhattan-Bewohners Allen mit der Alten Welt fort. Zumindest insofern, als es auch hier einen Zusammenprall von so genannten kleinen Leuten und einer exklusiven Oberschicht gibt. Während sich der Aufsteiger-Held in «Match Point» jedoch heillos in den neuen Verhältnissen verstrickt, ist «Scoop» ...
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