Die Geschichte geht weiter
Noch bevor es richtig losgeht, sind sie alle baden gegangen. Zwei Paare, zwei Kinder, zweieinhalb Generationen bundesdeutscher wochenendalkoholisierter gehobener Mittelstand sind schneller abgesoffen, als sie denken konnten. Man hatte eine kleine Bootspartie auf dem See neben der Villa unternommen, da war ihnen die alte Calypso vollgelaufen. Die griechische Göttin hatte einst Odysseus beherbergt und mit neuem Schiff versehen, doch von solchen zukunftsweisenden Gaben ist man heutzutage am wohlsituierten Seeufer weit entfernt.
Das Vermögen stammt aus einem Bürogroßhandel der Wirtschaftswunderjahre, ergänzt durch Maklergeschäfte, der Firmengründer ist eines Tages sang- und klanglos an einem Schlaganfall gestorben, und seine geschäftstüchtige Witwe Marion lebt nun mit einem durchschnittlich verachteten Liebhaber Gunter, einst ihr Angestellter aus der Materialverwaltung. Dann gibt es noch einen Sohn, ein befreundetes Arztehepaar mit Tochter, dazu mit ansteigendem Alkoholpegel die üblichen Sticheleien, über und unter der Gürtellinie. So in etwa die Verhältnisse.
Jürgen Gosch hat Roland Schimmelpfennigs «Calypso» auf der großen Bühne des Hamburger Deutschen Schauspielhauses einen ...
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Der König erklimmt seinen Thron. Sein Thron ist ein wackeliger Matratzenstapel, eine Nummer zu groß und zu tückisch für einen wie Gunther (Ben Daniel Jöhnk), diesen Burgunderschlaffi. Als er im x-ten Anlauf endlich oben ist, hüpft er auf seiner Bettenburg herum wie ein verzogener Bengel. Bald wird er sich noch ganz anders lächerlich machen.
So viel zu König Gunther....
Ist die das Käthchen?», fragt die Frau um die Dreißig bei Spielbeginn erstaunt ihre Nachbarin. Sarah Viktoria Fricks Käthchen von Heilbronn steht indes als wenig ätherisches Wesen, dafür wie eine zwölfjährige Göre vor Inbrunst leuchtend neben dem still unter ihrer Anwesenheit leidenden Graf vom Strahl (Nicola Mastroberardino). Stimmt, sie ist nicht die klassische...
Ständig knackt der Mann Nüsse. Hirnförmige Walnüsse natürlich, denn Peter Lohmeyer als Sebastian Färber, Spitzenarchitekt und Workaholic, besteht selbst nur noch aus Hirn. Tag und Nacht sitzt er über seinen Bauplänen, jagt genialisch den Zeichenstift übers Papier und futtert Walnüsse, die er wie Qi-Gong-Kugeln in der linken Hand klackern lässt, bevor er sie knackt....
