Nichts ist wunderbar

Münchner Heimatkunde: Feridun Zaimoglu und Günter Senkel richten den Sehnsuchtsblick ins bajuwarische Gespensterleben, Stefan Pucher nüchtert die «Mjunik Disco» aus. von Barbara Burckhardt

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Der Holländer Johan Simons setzt in seiner ersten Intendanten-Spielzeit an den Münchner Kammerspielen deutliche Signale: So bayerisch ging es hier schon lange nicht mehr zu, mit Ivo van Hoves «Ludwig»-Spektakel, einem Feuchtwanger-«Erfolg»-Lesemarathon und zuletzt einem Premierenwochenende, das sich tief ins Nächtliche der Bayern-Hauptstadt wagte: in die dunkle Welt der Mythen und Sagen und in die der legendären Münchner Clubs in jenen im letzten Jahrtausend versunkenen Jahrzehnten, da München in Ermangelung einer wirklichen die «heimliche» deutsche Hauptstadt sein konnte.

Lang ist’s her. Und kaum eine der alten Lokal­größen ist noch da. Zugereiste erledigen das Geschäft der Heimatkunde: Fürs Mythisch-Mystische engagierte Simons den türkischstämmigen Kieler Feridun Zaimoglu, fürs Musikalische den Gießener Stefan Pucher, der in Berlin lebt.


    Zaimoglus barocke Sprachlust

Ein paar Kinderjahre immerhin hat Feridun Zaimoglu in Moosach verbracht, für die Kammerspiele und Luk Perceval hat er 2003 und 2005 «Othello» und «Lulu» bearbeitet, jeweils mit seinem Bühnen-Ko-Autor Günter Senkel, der ihm auch jetzt zur Seite stand. «Alpsegen» aber ist ein ganz anderes Ding. «Ein Erzählstück für ...

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Theater heute Juni 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 25
von Barbara Burckhardt

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