Die politische Frage
Franz Wille Wie wollen wir arbeiten? – Was für eine dumme Frage. Wir wollen alle selbstbestimmt arbeiten, nicht entfremdet arbeiten; wir wollen Zeit haben, um uns interessante Produktionen auszudenken; wir wollen auf die Proben gehen können; neue Formate entwickeln. Wie wir arbeiten wollen, wissen wir alle, nur leider haben sich Wunschbild und Realität im deutschen Theater in den letzten 20 Jahren deutlich auseinander entwickelt.
Wir befinden uns immer stärker im Spagat zwischen künstlerischem Wollen und ökonomischer Situation, was Kompromisse erzwingt und künstlerische Arbeit immer stärker eingrenzt. Herr Bolwin, Sie sind Direktor des Deutschen Bühnenvereins und der Mann mit dem großen Überblick. In einem «Theater heute»-Gespräch haben Sie unlängst gesagt, dass «eine der wesentlichsten Erkenntnisse der letzten anderthalb Jahrzehnte sei, dass unser Theatersystem nicht statisch ist, sondern es habe sich grundlegend verändert und werde das auch weiterhin tun». Können Sie uns diese Veränderungen der letzten zehn, zwanzig Jahre kurz umreißen?
Rolf Bolwin Das ist gar nicht so einfach. Wenn man sich ansieht, was in den letzten 20 Jahren passiert ist, und ich prophezeie, dass es auch in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute April 2014
Rubrik: Debatte Kulturpolitik, Seite 4
von
Reinhard Palm war mehr als ein Dramaturg. Er war auch Schriftsteller, Übersetzer, Germanist und zuletzt sogar Yogalehrer. Der 1957 geborene Oberösterreicher studierte in Salzburg, Wien und Jerusalem Germanistik, Geschichte, Philosophie, Völkerkunde, Arabisch und Hebräisch. Seinen Doktor machte er in Germanistik an der Universität Salzburg, wo er über «Pilgerwesen...
Es konnte gar nichts anders kommen: Irgendwann mussten die hochgepeitschten Erwartungen an Karin Beiers Neustart des Hamburger Schauspielhauses nach über dreijähriger Durststrecke im Normalbetrieb verdampfen. Nachdem im Januar endlich das Großevent der Intendantin selbst über die vom Eisernen wieder befreite Großbühne gegangen war, der Antiken-Marathon «Die...
In seiner zweiten Inszenierung als neuer Intendant des Schauspiels Stuttgart zeigt sich Armin Petras als hinterlistiger Verführer. Er lockt sein Publikum, das noch gar nicht so richtig weiß, was es nun eigentlich von ihm zu halten hat, mit einem doch irgendwie harmlosen Märchen-Werk des hoch verehrten schwäbischen Haus-Dichters Wilhelm Hauff aufs scheinbar...
