Auf Pointe verzappelt
Britischer Humor ist einer der besten Exportartikel Englands. Die Comedy-Kultur blüht seit Jahrzehnten, und ein guter Stand-Up-Comedian hat in England Rock-Star-Status und ebensolche Einnahmen – manch einer füllte schon das Wembley-Stadion. Womit man eigentlich zufrieden sein könnte. Kurios also der Trend, dass nicht wenige Stand-Ups das Bedürfnis verspüren, sich als Schauspieler zu etablieren. Manche sogar als ernstzunehmende Schauspieler.
Den Schritt vom Live-Stand-Up-Auftritt zur Rolle in einer Comedy-Fernsehserie tun unglaublich viele.
Ardal O’Hanlon, der in der britischen Kultserie «Father Ted» begann und darauf seine eigene Serie «My Hero» bekam, Bill Bailey in «Black Books» oder die Radio-Komiker Ricky Gervais und Stephen Merchant, die mit «The Office» – der Originalvorlage für den deutschen «Stromberg» – und «Extras» einschlugen, sind nur einige Beispiele für einen Schwarm von komischen Medium-Swingern.
Der erste, der in den letzten Jahrzehnten den Sprung zum Bühnenschauspieler wagte, war das Stand-Up-Genie Eddie Izzard. Sein Edward II. 1995 in Christopher Marlowes gleichnamiger Tragödie war schauspielerisch eben dieses. Seine West-End-Hauptrollen 1999 in «Lenny Bruce» ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Notizen
Beste Werke
Die immer neue Frage, was ein gutes Stück ist, beantworten ab 12. Mai die Mülheimer «stücke 07» mit den wichtigsten deutschsprachigen Uraufführungen der letzten 12 Monate: Elfriede Jelinek «Ulrike Maria Stuart» (Thalia Theater Hamburg), Feridun Zaimoglu/Günter Senkel «Schwarze Jungfrauen» (Hebbel am Ufer, Berlin), Dirk Laucke «alter ford escort...
Wer sich fragt, wie heute ein Großinquisitor aussehen könnte, vor dem die Könige zittern und in dessen Händen alle Fäden der Macht zusammenlaufen, der erhält von Nicolas Stemann im Deutschen Theater eine schlagende Antwort: kein allgewaltiger Politstrippenzieher, keine Spinne im Netz, keine Ähnlichkeiten mit lebenden oder toten Regenten, Präsidenten der...
Zwischen Innen und Außen, Gefühl und Welt: ein Abgrund. Selbstwahrnehmung und Welterfassung klaffen auseinander. Kleists «Penthesilea» ist das Drama dieses Missverhältnisses. Das Dokument einer hypertrophen Triebbewegung, die sich absolut setzt, eine verzweifelt arrogante Feier der maßlosen Innerlichkeit. An solch strenger Monstrosität scheitern alle...
