Den Osten im Blut
Um «Rosemaries Baby» inszenieren zu wollen, ist es nicht nötig, sich den Film anzuschauen, vielleicht ist es sogar schädlich. Statt Polanski haben Harriet Maria und Peter Meining mit ihrem Team gemeinsam Michael Hanekes Film «Caché» geguckt. Bei Übereinstimmungen zwischen der Teufelei in New York und einer intellektuellen Pariser Kultur-Bohème, die sich plötzlich der Überwachung ihres privaten Lebens ausgesetzt fühlt, ist man schnell bei mehr als nur Atmosphärischem. Es geht ein Riss durch die Welt, der sich nicht schließen lässt.
Körperlose Gefahr sorgt erst für Verunsicherung, schließlich für Auflösung und Zerstörung. Womit ein, wenn nicht sogar das zentrale Thema von norton.commander.productions benannt wäre. Unter diesem Titel haben vor zehn Jahren Harriet Maria (Jahrgang 1967) und Peter (1971) Meining ihre Kreativgruppe gegründet. Wenn der Name ein bisschen nach «Enterprise» klingt, auch gut, denn mit einem Aufbruch in andere Räume hat das «Unternehmen» durchaus zu tun.
Mit ihren Arbeiten, zu denen Performances, Installationen, Stadtinterventionen wie etwa ihre «Luxus»-Verschwendung beim «Theater der Welt» 2002 in Düsseldorf sowie Kurzfilme gehören, bewegen sie sich an der ...
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Ein Langweiler mit Karojackett und spießiger Brille schnurrt mit stoischem Gleichmut eine Rede auf das Ende der Ära Badora am Düsseldorfer Schauspielhaus. Dass ihn ein ziemlich lautes Orchester bizarrer Figuren umkreist, scheint ihn nicht wirklich zu hindern – da greift er halt zum Mikrofon. Worte wie «gewachsenes Publikum», «große Klassiker» «Widersprüche wurden...
Laut Grimme-Preis-Jury ist sie «die Entdeckung des Jahres für Schauspielleistung», und zwar in nicht weniger als vier Fernseh-Spielfilmen: Nina Kunzendorf, seit 2001 im Ensemble der Münchner Kammerspiele und dort häufig in großen Frauenrollen zu sehen – als Verführerin Ysé in Paul Claudels «Mittagswende», als tobende Klytaimnestra in der «Orestie» und als stumme...
Am Ende sind fast alle tot. Auf der Bühne steht ein Tischlermeister, der die Welt nicht mehr versteht und sich weiterhin «sinnend» in seine kleinbürgerlichen Moralvorstellungen verschraubt. Der Mann kapiert nicht, dass statt Sinnieren gelegentliches Denken durchaus angebracht wäre. Hätte er mal nachgedacht, wäre seine Familie vielleicht nicht zerbrochen und die...
