Senza fine
Sommerferien, die vermeintlich schönste Jahreszeit, aber auch emotionaler Ausnahmezustand, vor allem, wenn man sich von der akribisch eingefädelten Urlaubsbekanntschaft die letzte Rettung der prekären Existenz erhofft und alles darauf ankommt, nur ja im richtigen Moment auf der richtigen Party zu sein.
Schon die Frage, wer mit wem und auf wessen Kosten reist und was in den Koffer soll, wenn die bestellten Klamotten noch nicht einmal bezahlt sind, kann zu hysterischer Hyperventilation führen – zumal wenn der Regisseur Herbert Fritsch heißt und sich für seinen Saisonrausschmeißer am Münchner Residenztheater mit «Trilogie der Sommerfrische» von Carlo Goldoni eine zeitlos angeschmuddelte Gesellschaftssatire ausgesucht hat, die von seiner persönlichen Dramaturgin Sabrina Zwach noch mit einer gehörigen Portion Zoten angereichert wurde.
Nach erprobtem Muster vor psychedelischer Streifenprojektion schickt Fritsch diesmal allen voran Sebastian Blomberg als powackelnden Badelatschen-Casanova und Markus Hering als abgebrannten Notheiratskandidaten ins Feld. Umschwirrt werden die beiden sonnenverbrannten Schwerenöter von zwei apricotfarben aufgerüschten, dauerkreischenden Barbiepüppchen (Nora ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Oktober 2014
Rubrik: Chronik München:, Seite 67
von Silvia Stammen
Bei der Filmpremiere in Toronto, so war zu lesen, wurde gelacht, als ganz am Ende von «Phönix», Christian Petzolds riskantem Film über das, was nach Auschwitz war, die eintätowierte Häftlingsnummer auf Nellys Arm freiliegt: der Augenblick der Blamage, in der ihr Mann, der sie verriet, endlich erkennen muss, wer vor ihm steht. Eine angemessene Reaktion im...
Annie Sprinkle hat schöne Brüste. Große, schwere, weiche Brüste, die die 60-jährige Übermutter der künstlerischen Sexarbeit im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel zu Strauss’ «Donauwalzer» tanzen ließ: niedlich, lustig, auch erotisch. Es war eine kluge Entscheidung, Sprinkles kurze Performance «Bossom Ballet» zur Eröffnung der Konferenz «Fantasies that matter –...
ANMERKUNG ZU DER ETWAIGEN UMSETZUNG DES SKRIPTS AUF EINER THEATERBÜHNE
Da es sich um ein Hörspielskript handelt und nicht um einen originären Theatertext, bedarf es bei einer etwaigen Umsetzung auf einer Bühne einer umfassenden Transformation. Veränderungen in der Dramaturgie, Streichungen, das Einfügen von Fremdtexten o.Ä. in größerem Maße ist daher nicht...
