Geisterstunde

In Berlin macht das legendäre Künstlerhotel «Bogota» nach 50 Jahren dicht

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Vielleicht irrt ja in dem Haus Schlüterstraße 45 in Berlin jetzt immer noch eine Figur wie der Diener Firs aus Tschechows «Kirschgarten» umher: vergessen nach dem Auszug all der anderen Menschen, die die Räume davor bewohnten, von all den Gästen, die hier ein- und ausgingen; eingesperrt wie die Erinnerungen an die Tage und Nächte in diesem Haus, an die Geschichte und Geschichten, die hier gemacht und erzählt wurden.

Dieser Firs wäre dann der Hoteldiener gewesen, einer, der immer aufmerksam und kaum bemerkbar die Wünsche erfüllte, der über das sonst zuverlässig knarzende Parkett kaum hörbar schlich, der den ratternden Aufzug in die Etagen schickte, der unter dem Baldachin vor der Haustür stand und Fremde und alte Bekannte gleicher­maßen herzlich begrüßte. Einer, der wusste, welches Zimmer Hanna Schygulla bevorzugt, und einer, der vom rauschenden Leben der Fotografin Yva erzählen konnte, obwohl er damals, in den tollen Berliner 20er Jahren, noch gar nicht dabei war. Einer, der einem den Schlüssel mit dem schwe­ren Anhänger vertrauensvoll in die Hand gab, und einer, von dem die Schauspielerin Eva Mattes gesagt hätte, er gehöre zum «Kulturgut» wie überhaupt das ganze Haus Schlüterstraße ...

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Theater heute Februar 2014
Rubrik: Magazin: Abschied, Seite 67
von Bernd Noack

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