Kreativprojekt Kind
Die ehrgeizige Mutter hat mit Sicherheit nicht nur einen Ayurveda-Kurs besucht: «Jetzt kommt gleich der Papa von der Arbeit, und dann machen wir uns alle zusammen einen wunderbaren Abend hier bei uns zu Hause», flötet sie ihrem Neugeborenen zu, das sich schweigsam – man könnte auch sagen: herzlich desinteressiert – in seinem rosafarbenen Strampler in der Zimmerecke herumdrückt. Der heimkehrende Papa scheint für derartige Harmonie-Attacken ebenfalls sträflich untersensibilisiert. Kaum über die Schwelle getreten, leistet er sich einen groben Schnitzer: «Überall Hunde. Halbnackte.
Und durch die Königsallee demonstriert eine Minderheit», meckert er sich ohne Rücksicht auf fernöstliche Erziehungskonzepte den misanthropischen Großstadt-Frust von der Seele. «So, das machen wir jetzt gleich noch mal», ordnet die Ayurveda-Mama streng an. «Das Ganze in positiv. Kommst du bitte noch mal rein?»
Lieblingsfeindbild
Auch der Dramatiker Martin Heckmanns ist also mit seinem neuen Stück «Vater Mutter Geisterbahn» in jenes bürgerliche Selbstverwirklichungsmilieu abgetaucht, das sich besonders gern in Gegenden wie dem Berliner Prenzlauer Berg fortpflanzt und das unter dem Stichwort ...
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Theater heute August/September 2011
Rubrik: Aufführungen, Seite 45
von Christine Wahl
Leinen los und heiß die Segel; fahr mit uns / Wir werden nicht bestehen, die Welt wird untergehen.» So extemporiert Blumfeld-Mastermind Jochen Distelmeyer nachmittags beim Soundcheck auf der Festivalkonzertbühne im Innenhof des Schauspiels Hannover. Keine zweihundert Meter entfernt auf dem Opernplatz scheint es, als habe seine Vision bereits einen Ankerplatz...
Augsburg, Theater
Kasse: 08 21/324 49 00
25.9. Hensel, Welche Droge passt zu mir?
R. Fabian Alder
Basel, Theater
Kasse: 00 41/61/295 11 33
15.9. Kelly, Die Götter weinen (DE)
R. Elias Perrig
16.9. Shakespeare/Purcell, Hush, no more
R. Corinna von Rad
23.9. Ibsen, Ein Volksfeind
R. Simon Solberg
Berlin, Ballhaus Naunynstrasse
Tel.: 030/75 45 37 25
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Das Schlimmste, was beim Aufenthalt in einem Ferienresort passieren kann, ist Dauerregen. Man sitzt in einem trostlosen Bungalow auf weißen Plastikstühlen. Statt «anspruchsvoller Entspannung in der heißen City», wie im Urlaubskatalog versprochen, fröstelt man beim Blick auf den grauen Plattenbeton der Karl-Marx-Allee, während die Wassermassen an der Fensterscheibe...
