American way of kill
Auf der nach republikanischer und demokratischer Ausrichtung hin geteilten rot-blauen Landkarte der Vereinigten Staaten pflanzt das Schauspiel Köln sein Fähnchen der Aufrechten mitten hinein ins Red-Retro-Country. Das Feindbild Bush verlangt nach Engagement – gemäß dem Spielzeit-Motto «Was tun», das ohne Fragezeichen daherkommt und folglich Handlungskompetenz signalisiert.
Allein, man schlägt längst geschlagene Bühnen-Schlachten und feiert billige Siege. Haltung beweisen, das ist das Einzige, wozu man Michael Talke, dem Regisseur von «Orpheus steigt herab», gratulieren kann.
Der will es der engen Moral und Tyrannei des Konformismus mal ordentlich geben. Und hat im Schauspielhaus von seiner Ausstatterin Barbara Steiner das Sternenbanner aufziehen lassen wie für das Plattencover von «Born in the USA», so dass der Gitarre spielende Orpheus in der Schlangenhautjacke als Bruce Springsteen an die Rampe tritt, umwedelt von Cheerleader-Girls und einem Riesen-Bunny, was nun in jeder Hinsicht blanker Unsinn ist.
Der leicht passive Womanizer Val Xavier (Markus Scheumann) aber, der von der tragikumflorten Ladenbesitzerin Lady (Claudia Fenner) und der übrigen lokalen Damenwelt in ihrem ...
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Das für ein Einsatz: Er hat sich an die Wand geworfen, immer wieder, bis er endlich niedergesunken ist. Käfergleich hat er sich dort am Boden um die eigene Achse gedreht und mit den Füßen gegen die Wand getreten, als wollte er, der Schwerkraft trotzend, bis zur Decke hochspazieren. Hat ein armseliges Tannenbäumchen umarmt, hat dem Chauffeur über die Stoppelhaare...
Nachmittagsvorstellung an einem Sonntag im Januar, volles Haus, das Schweizer Fernsehen ist auch da und filmt für irgendeine Kultursendung. In der Pause fragt das blonde Garderobenfräulein: «Und? Finden Sie das jetzt auch obszön? Also, ich habs ja noch nicht gesehen, aber viele Leute sagen, das wäre total obszön!» Hm. Nach der Pause sind die drei alten Damen aus...
Das Ambiente erinnert ernüchternd und nur zart überhöht an die Räumlichkeiten, in denen nicht nur vielerorts beschäftigte Bühnenbildner (hier: Bettina Meyer) vermutlich ihre feudalen Nächte zu verbringen pflegen: In subtilem Braun und Kackgrün gemusterte Auslegeware zieht sich auch noch die halbhohen Wänden hoch, Furnierholz ummantelt die sittsam getrennten...
