Nimm dies, Halunke!
Superman-Comics, die die westliche Welt gegen das Böse verteidigen, gibt es wie Sand am Meer. Rebekka Kricheldorf hat sich nun dem Weltenretter gewidmet, der seit 1940 unter dem Namen Captain America alles eliminiert, was sich gegen die Supermacht USA stellen könnte. Sein erster und wichtigster Fall war Hitler, dann kamen Stalin und im Zuge der paranoiden McCarthy-Ära der Kommunismus an sich. Als die USA in der Endphase des Vietnamkrieges außenpolitisch in einer Sackgasse landete, drohte der Captain arbeitslos zu werden.
Spätestens seit 9/11 und Al Quaida muss er wieder Überstunden machen und durfte nun auch im Heidelberger Theater zeigen, was er so drauf hat.
Die Uraufführung gab es im schönen und praktisch sanierten Alten Saal. Aus der barocken Bonbonschachtel ist ein exzellenter Kammerspielraum für’s Sprechtheater geworden. Kann hier überhaupt was schiefgehen, fragt man sich. Dagegen steht, dass Rebekka Kricheldorf sich mit ihrem Superhelden, den sie Sergeant Superpower nennt, zu viel vorgenommen hat. Da ist ja nicht nur ein Superman unterwegs, dessen Abenteuer die jüngste Geschichte der USA spiegeln. Kricheldorf will auch erzählen, wie die Comic-Figur im US-amerikanischen ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 48
von Jürgen Berger
Wer die steirische Landeshauptstadt mit dem Flugzeug ansteuert, landet auf dem Flughafen Graz-Thalerhof. Vor hundert Jahren befand sich hier ein «k.k. Internierten-Lager», zwischen 1914 und 1917 wurden hier insgesamt etwa 30.000 großteils ruthenische Bürger der Habsburger-Monarchie festgehalten – meist auf den bloßen Verdacht hin, mit Russland zu sympathisieren....
P { margin-bottom: 0.21cm; }Impressum
Theater heute
Die Theaterzeitschrift im 55. Jahrgang Gegründet von Erhard Friedrich und Henning Rischbieter
Herausgeber: Der Theaterverlag – Friedrich Berlin
Redaktion: Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille (V.i.S.d.P.)
Mitarbeit: Marion Schamuthe
Gestaltung: Christian Henjes
Designkonzept: Ludwig Wendt Art Direction
Re...
Dass der Extremschauspieler Joachim Meyerhoff auch jenseits der Bühne maßgebliche Alleinstellungsmerkmale aufzuweisen hat, wissen wir spätestens seit seinen autobiografischen Leseperformances «Alle Toten fliegen hoch 1–3» an der Wiener Burg vor fünf Jahren: Auf einen Schulweg voller martialisch Glöckchen schwingender Großschweiger oder plastikpistolenbewaffneter...
