Crash of Culture

Das Stadttheater stürzt sich in Darstellungsabenteuer mit Maya Arad Yasurs «Gott wartet an der Haltestelle» in Dresden und Nuran David Calis’ «Kuffar. Die Gottesleugner» in Berlin. Ersan Mondtag spielt Apokalypse mit Michel Decars «Schere Faust Papier»

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Warum wird man Terrorist? Warum setzt man sich mit einem Sprengsatz voller Schrauben vor dem Bauch in ein vollbesetztes Restaurant und jagt sich in die Luft, damit mehrere Dutzend unschuldige Mitmenschen in Stücke gerissen werden? Vielleicht, weil der eigene Bruder vorher von israelischen Sicherheitskräften während seiner Hochzeit hinterrücks erschossen worden ist? Oder vielleicht, weil der krebskranke Vater kurz hinter einem Checkpoint vor Erschöpfung auf der Straße elend gestorben ist und ihm keiner geholfen hat? Vielleicht, weil beides zu viel ist für einen Men

schen?

Maya Arad Yasur gibt starke Gründe für die 30-jährige palästinensische Krankenschwester Amal, die langsam von einer menschenfrohen Hoffnung zur lebenden Bombe wird. Und sie verschweigt auch nicht die starken Gründe, warum die israelischen Soldaten am Checkpoint so rücksichtslos handeln, wie sie handeln. Die Geschichte vom netten Soldaten Avihu, der immer Kekse an die Kinder verteilt hat, damit sie sich nicht vor ihm fürchten, und der schließlich von einer Spielzeugbombe zerfetzt wird, fehlt nicht in ihrer dramatischen Aufrechnung. Schließlich ist es die junge Soldatin Yael, die am Grenzübergang human handeln will ...

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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Aufführungen, Seite 14
von Franz Wille

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