Der Loman-Trailer
In Zeiten der You-Tube-Kunsthäppchen sind sie längst zum Gebot der Stunde geworden: die Klassiker in handlichen Formaten. Knackiger Content in maximal 90 Minuten (Schallmauerwert)! Der Schauspieler und Jungregisseur Christian Hockenbrink, Jahrgang 1975, kann es schneller. Auf der Durchreise nach Frankfurt und Stuttgart, wo er nächste Spielzeit inszenieren wird, schickt Hockenbrink seinen Willy Loman über die Bühne der Oldenburger Exerzierhalle. In rekordverdächtigen 70 Minuten.
Nah an die Rampe hat Ausstatterin Miriam Busch ihr Popzitat von einem Kleinbürgeridyll gerückt – ein ranziges Klavier links, ein einsamer Polstersessel mittig, dahinter eine Plexiglasbreitwand. Es funkelt. Willy, im Frotteebademantel, scheitert zum Prolog gleich einmal an einem Haufen Aktenordner. Man kann leise die Mühlen der ALG-II-Bürokratie klappern hören.
Kein Aufbäumen: Murat Yeginers Willy Loman ist ein Dulder. Einer, der gutgläubig staunt, wenn Exfreunde ihre Erfolgsgeschichten vor sich hertragen, und der den Kopf einzieht, wenn ihm seine Söhne zusetzen. Die Jungs sind an sich echte Abhänger. Happy (Klaas Schramm), Marke Dorfdiskogigolo, und Biff (Vincent Doddema), ein sehniger Ich-wind-mich-so-durch ...
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Eine seiner Geschichten, die er öfter erzählte, als ihr unbedingt gut tat, war der Stuka-Angriff auf den Hafen von Malta, wo die englischen Kriegsschiffe lagen: Wie sich der Bomber mit drohendem Geheul auf die Stadt stürzte, wie die Menschen auf dem Marktplatz als kleine Ameisen panikartig auseinanderspritzten, wie der Pilot die Maschine im letzten Moment wieder ...
Gleich zum Auftakt ihres Dokumentarfilms «Prater» breitet die Filmemacherin Ulrike Ottinger ihre schönsten Sammlerstücke aus dem Wiener Vergnügungspark vor dem Zuschauer aus: Hexen, Monster, Ungeheuer, die ruckhaft aus Pappmaché-Höhlen fahren, durch Schusstreffer bewegte Metallschweinchen, die auf einer Rennbahn des Glücks hoppeln, und Clowns, die klickend und...
Bis vor kurzem residierte sie noch in einem großen, etwas schummrig beleuchteten Raum, der mit seinen langen Arbeitstischen fast einem Großraumbüro glich. Obwohl auf Grund der Gesamtmorbidezza des Gebäudes wahrscheinlich niemand auf die Idee gekommen wäre, es je so zu nennen. Unterstrich doch die Arbeitssituation eher den Familiencharakter des Unternehmens...
