Im Rausch der Krise
Gleich zu Beginn kracht es gewaltig, wenn der graue Familien-Volvo senkrecht aus dem Schnürboden stürzt und sich hochkant in die Bühnenbretter bohrt. Zusammen mit einem horizontalen, abwechselnd blau, weiß, roten Leuchtstreifen bildet er im sonst leeren Bühnenraum von Jens Kilian fortan ein groteskes Fanal abrupt beendeter Lebensträume, einer universell-individuellen Krise, der sich nicht einfach mit einer Abwrackprämie beikommen lässt.
Bereits kurz nach der Wiedervereinigung, als der Kapitalismus gerade wie eine Welle trügerischer Verheißung in den Osten geschwappt war, begegnete der polnische Regisseur Krzysztof Kieslowski den Segnungen der neuen Zeit mit skeptischem Blick. In seinem letzten Werk, der Filmtrilogie «Drei Farben: Blau, Weiß, Rot» aus den Jahren 1993/94, fragte er zusammen mit seinem Koautor, Rechtsanwalt Krzysztof Piesiewicz, wie Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die blutig erkämpften Ideale der Französischen Revolution (und angeblich auch der westlichen Welt), eigentlich im Privaten funktionieren – wobei Ironie und Zynismus zuletzt tröstlich vor der Liebe kapitulieren dürfen.
15 Jahre später, nachdem die freie Marktwirtschaft fast keines ihrer Versprechungen ...
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O Gott, wenn die mich jetzt erschießen …» Es war Todesangst, die Heidelore Rutz packte, als man sie am 30. Juli 1975 nach einer Demonstration von Ausreisewilligen in Jena verhaftete und in den Keller einer Stasi-Station warf. Was folgte, waren die Qualen der Verhöre, der Angst, Ungewissheit, Gewalt; dann ein Prozess und jahrelanger Knast mit Schwerstarbeit im...
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TH Klingt nicht unbescheiden.
Höbel Die Jury ist eben total begeistert von ihrer Auswahl, und wir haben beschlossen, dass kein Blatt Papier zwischen uns passt. Totale Einigkeit nach innen und nach außen.
TH Der Weg führt vom Selbstlob...
