Schwertträger und Handyhalter
Es ist schon ein Kreuz mit der Kunst und dem Kapitalismus. Eine echte Liebesbeziehung im Stil feudalistischen Mäzenatentums will sich da partout nicht einstellen, zumindest nicht, wenn keine krisenfesten Sammlerwerte in Aussicht stehen. Stattdessen gefährdet die schnöde Profitgier die letzten Refugien von Poesie, wo geschriebene Worte und komponierte Töne noch frei von ökonomischen Interessen Ereignis werden dürfen.
Wurden in England schon schwach frequentierte Gotteshäuser kurzerhand zu Fitnessstudios oder Szenekneipen umfunktioniert, warum also nicht demnächst defizitäre Theater zu boomenden Einkaufszentren? Ausgehend von dieser deprimierenden Zukunftsvision hat Tankred Dorst zusammen mit Ursula Ehler ein Trost spendendes Zaubermärchen verfasst, bestens geeignet als aufrüttelnde Mahnwache für bedrohte Opernhäuser. Denn hier nehmen die verfolgten Geister ihre Rettung beherzt selbst in die Hand. Henry Purcells barocke Semiopera «King Arthur» mit gemischter Besetzung aus Sängern und Schauspielern dient nicht nur als dramaturgische Folie, sondern wird mit ihrem Personal aus Rittern, Nymphen und Zauberern zum lebendigen Bollwerk der Phantasie, das sich dem schnöde gewinnfixierten ...
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Das Verhängnis des Potsdamer Theaters nach 1945 war, dass es gar kein Theater gab. Jahrzehntelang fanden Schauspiel, Oper und Ballett in einem umfunktionierten Tanzsaal statt. Als man sich Ende der Achtziger angesichts bedrohlicher Baufälligkeit endlich zu einem Neubau aufgerafft hatte, kam die Wende dazwischen. Den halbfertigen Rohbau ließ die Stadt schließlich...
Eine Schlagzeile in der Münchner Abendzeitung vom 7. Dezember 2004: «Straßen-Terror von maskierten Jugendlichen. 3 Frauen überfallen – eine verliert ihr Baby». Schauplatz ist, man hat es fast schon geahnt, das Hasenbergl, berüchtigter sozialer Brennpunkt im Münchner Norden. Am nächsten Tag sind die Täter gefasst: sieben Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren,...
Die unwichtigsten Informationen werfen manchmal die größten Fragen auf: Für «Hautnah», den Film zum Stück, ist die FSK (Freiwillige Selbstkontrolle)-Freigabe ab 6 Jahren beantragt. Auf welche Weise kann Patrick Marbers Quartett der Suchenden (nach Liebe, nach Orientierung und Nähe), können diese verbal freizügigen, mit Cybersex, Stripclubs und Verlassensängsten...
