Breit machen in der Gesellschaft!
Neulich war ich für ein Projekt auf dem Balkan, bestellte bei einem Barkeeper ein Bier, bis er mich fragte, was ich so mache? Ich sagte, ich bin Schauspieler, nein nein, was ich tue, um meinen Lebensunterhalt zu verdienen; und mit dem Bier schob er mir mein Trinkgeld zurück. Als ich in Thailand dieselbe Frage gestellt bekam, war ich schon gar nicht mehr verwundert, dass das Wort «Theater» nur ratloses Schulterzucken hervorrief. Selbst Shakespeare half hier nicht. Und nein, «Movie Star» bin ich nicht.
Mit Finanzierungsplänen, Kulturbudgets, Machbarkeitsstatistiken und Zuschauerzahlen kenne ich mich nicht aus. In Mathe war ich immer eine Null.
Das Gorki ist kein «Nicht-Ort», das jedenfalls ist die Definition von «Utopie» laut
Wikipedia. Ein Wunschtraum? Ja! Ein real gelebter, selbst geschaffener. Shermin Langhoff sagte mal, wir haben die Größe eines Clans. 150 Männer und Frauen. Wir sind ein Stamm.
Ja, lachen Sie nur, lachen Sie kräftig und schütteln den Kopf. Die vom Gorki mit ihrer Ausländerromantik.
Ich habe in den letzten zehn Jahren fest an vier Häusern gespielt, und immer ging es irgendwie um ein Ergebnis in den Arbeiten. Für die Kritiker, für die Zuschauer. Auch für einen ...
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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Reale Utopien, Seite 6
von Aleksandar Radenkovic
Sowohl die lebenden als auch die toten Figuren dieses Stückes sind frei erfunden.» So der Hinweis des Autors. Und doch verweist das neueste Stück von Owen McCafferty auf konkrete gesellschaftspolitische Ereignisse seiner Heimatstadt Belfast. Geschickt verknüpft der Autor in seinem Drama «Quietly», das der erfahrene Übersetzer Michael Raab mit «In aller Ruhe» ins...
Oben könnten wir uns doch treffen, hatte er auf Englisch ins Handy gesagt, high up am Grünen Hügel in Bayreuth, vor dem Festspielhaus, da mache er gerade die Wiederaufnahme mit Castorf für den «Ring».
Oben klingt gut, oben ist die Richtung, in die einen Aleksandar Denic sowieso immer gucken lässt in den Schachtelburgen, die er bisher im deutschsprachigen Raum...
Im idealen Staat sollte bekanntlich kein Theater mehr stattfinden. Gilt das umgekehrt? Oder ist das nur ein Traum von marktradikalen Neoliberalen? Das Theater meiner Träume sieht dem abgerissenen Palast der Republik verdammt ähnlich, allerdings ist er nun zweigeteilt: Der eine Flügel ist überflutet, aus dem Wasser ragt eine Bergspitze, Besucher rudern in Booten...
