Regensburg: Der Feind ist tot
Das ist eine Geschichte, wie sie der, über den in ihr berichtet wird, selber erdacht haben könnte: Der Spitzel eines diktatorischen Regimes hockt jahrelang in seinem Observationskabuff und registriert jede Bewegung des ihm obskuren Objekts seiner Beobachtungsbegierde. Voller Pflichteifer bekommt er aber gar nicht mit, dass der angebliche Staatsfeind längst verstorben ist. Im vertraulichen Bericht für die «Firma», wie die Partei schlecht tarnend umschrieben wird, kann man immer nur von «keinen besonderen Vorkommnissen» lesen.
Wovon auch sonst: Der «Feind» ist tot – und sogar die Regierung, für die der Spitzel spitzelte, ist längst abgesetzt ...
Der in der Oberpfalz nahe der tschechischen Grenze lebende Schriftsteller Bernhard Setzwein hat sich das alles für den von ihm höchst verehrten tschechischen Schriftsteller Bohumil Hrabal (1914–1997) einfallen lassen. Und wer nur ein wenig das Leben dieses einzigartigen Literaturkauzes kennt, weiß, dass es sich darin (und auch eben danach) durchaus hätte so zutragen können. Dieser pflichteifrige Dutky, der sich keinen Schritt aus seinem Büro-Bunker bewegt, der seine Kladden mit allen Einzelheiten der Ereignislosigkeit füllt, den Stillstand ...
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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Chronik, Seite 60
von Bernd Noack
Das Campo Gent hat sich ganz unauffällig in die erste Reihe internationaler Theater gespielt. Ein Report
Jonas Hassen Khemiri ist ein grundoptimistischer Autor, der sich gerne mit sehr hoffnungsfrohen Figuren umgibt. Auch sein Blick auf die Mikroökonomie einer neoliberalen Gesellschaft sucht immer zuverlässig die beste aller Welten darin. Das Ergebnis heißt...
Ewald Palmetshofer, 1978 in Linz geboren, wächst im Mühlviertel, genauer in Mönchdorf, in Oberösterreich auf. Nach Schule und Zivildienst geht er nach Wien, um zunächst Theaterwissenschaft und Germanistik, dann Theologie, Philosophie und Psychologie auf Lehramt zu studieren.
Ich habe mich länger gefragt, ob ich überhaupt diese wenigen biografischen Daten dieser...
Nach 23 Stunden und 45 Minuten stehen alle auf im Saal und heben die Arme. Die Beats sprechen den Befehl aus, und der goldene Wabbelkörper von Dionysos schüttelt auf der Bühne, was er hat, und das ist viel. Als auch noch der Bass droppt, wie man in der Clubmusik den Moment nennt, wenn nach einer Basspause die Tiefen wieder einfahren, ist es um die Menge geschehen....
