Ente mit Porschemotor
Von außen sieht das Babelsberger Studiogelände aus wie eine Strumpfhosenfabrik. Nur dass vor den Werkstoren immer eine Traube pubertierender Autogrammjäger auf ihre Serienstars wartet. In den zwei klimatisierten Bürokomplexen der «Grundy Ufa» arbeiten 140 Mitarbeiter von Montag bis Freitag an der täglichen Fernsehserie «Gute Zeiten, schlechte Zeiten». Die wenigsten von ihnen sind direkt mit den Dreharbeiten beschäftigt, von der Buchentwicklung bis zur Postproduktion sind auf dem Firmengelände alle Stationen der Serienproduktion zusammengefasst.
Auch der Berliner Autor Stefan Rehberger trat hier drei Jahre lang jeden Morgen pünktlich seinen Dienst im Storydepartment an, um wie am Fließband Seifengeschichten zu erfinden. «Wenn es gut läuft, ist es sehr lustig», erinnert sich der Germanist an seine Zeit als Storyliner, «wenn einem nix einfällt, ist es sehr quälend.»
Der Leistungsdruck im Storydepartment ist enorm. Um Zeit zu sparen, werden die Drehbücher einer täglichen Dauerserie nämlich arbeitsteilig verfasst: Zweimal im Jahr geben die hochbezahlten Headwriter die groben Linien der nächsten sechs Monate vor. Aus dieser Vorlage, den so genannten «Futures», entwickelt ein Heer von ...
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Schon wer 2001 bei der Biennale in Venedig den kanadischen Pavillon betrat, fand sich unverhofft in einem merkwürdigen Theaterchen wieder. In detailgenau nachgebauten lebensgroßen Logen über einem perspektivisch verkleinerten Parkett gerieten die jeweils 16 Besucher bald in eine seltsame zweite Realität: Über die Kopfhörer, die am Eingang verteilt worden waren,...
Hund, Katze, Maus. Nein, falsch, ein Kind ist’s, das da – Punkt, Punkt, Komma, Strich – entsteht. Und eine Hose. Ein Fernseher. Ein König: den Kopf durch die Papierwand gesteckt und die Krone einfach drübergemalt. So ein König aber, der hat’s nicht leicht, ist einsam ohne Frau. Und alle anderen sind nur scharf auf seinen Job. Gut ist es da, wenn man ein paar...
Das Ambiente erinnert ernüchternd und nur zart überhöht an die Räumlichkeiten, in denen nicht nur vielerorts beschäftigte Bühnenbildner (hier: Bettina Meyer) vermutlich ihre feudalen Nächte zu verbringen pflegen: In subtilem Braun und Kackgrün gemusterte Auslegeware zieht sich auch noch die halbhohen Wänden hoch, Furnierholz ummantelt die sittsam getrennten...
