Partizipation: Tanz die Demokratie
Tanz kann bekanntlich Berge versetzen. Zumindest psychische, wie es anno 2007 Royston Maldoom in den pubertierenden Seelen großstädtischer Hauptschüler gelang, indem er sie in der Treptower Arena zum Tanzen von Strawinskys «Sacre du Printemps» brachte. Ein seitdem weithin kopiertes Prinzip.
Die potenziell heilende Kraft des Community Dance nutzte aber bereits in den 70er Jahren die Choreografin Anna Halprin in San Francisco: In der damals von Rassenunruhen erschütterten Stadt entdeckten sich die Bürger wieder als Gemeinschaft, später setzte Halprin ihre rituellen Kreistänze auch zur Stärkung von Krebs- und Aids-Patienten ein.
Um Gemeinschaft und eine Art von Heilung, mag es auch noch so esoterisch klingen, ging es auch der Kölner Choreografin Stefanie Thiersch bei ihrer zwölfstündigen Inszenierung «City Dance» in Köln, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang. Thiersch arbeitet seit fast 20 Jahren mit ihrer international vernetzt arbeitenden Tanzkompanie Mouvoir sonst eher mit Clubmusik und Videokunst. Sie nutzte Idee und Methode der heute 95-jährigen Halprin, um einen Tanz-Weg durch die geschundene Stadt Köln zu bahnen mit ihren architektonischen Bausünden und Kriegswunden bis hin zum ...
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Theater heute November 2016
Rubrik: Magazin, Seite 67
von Dorothea Marcus
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Kaum einmal an diesem Abend steht er still. Er tritt von einem aufs andere Bein. Er tänzelt, trägt in sich eine Unruhe, die ansteckt. Vielleicht, weil es kaum möglich ist, sich mit ihm zu identifizieren, ja, weil man ihm am liebsten gar nicht mehr zuschauen und zuhören würde. Dann etwa, wenn er sich über die Blasen auf seiner Haut auslässt. Und weil man doch...
