«Wir wollen doch Kritiker sein und keine Fakire»
Mit drei Textbänden, einem umfangreichen Kommentar sowie einem Registerband haben jetzt der Literaturwissenschaftler Gunther Nickel und der Dramaturg Alexander Weigel die Schriften eines Theaterkritikers wieder zugänglich gemacht, für den außer wachem kritischen Bewusstsein das passionierte Interesse an dramatischer Weltliteratur und ihrer Darstellung auf der Bühne zum journalistischen Berufsethos gehörten.
Außer einer kleinen Auswahl seiner Kritiken, die Walter Karsch 1965 für eine Rowohlt-Paperbackausgabe zusammengestellt hat, ist nämlich Siegfried Jacobsohn, dem Gründer der renommierten Zeitschrift »Die Schaubühne«, die nach dem Zusammenbruch des deutschen Kaiserreichs zur nun auch politisch Furore machenden «Weltbühne» wurde, keine seinem Rang angemessene posthume Edition zuteil geworden.
Frühentdeckte Hochbegabung
Siegfried Jacobsohn, 1881 geboren, Spross einer Kaufmannsfamilie, interessierte sich bereits als Schüler vehement für Theater. Keine Vorstellung besonders des Deutschen Theaters versäumend, begeisterte er sich für die von Friedrich Kayßler, Max Reinhardt, Richard Vallentin und Martin Zickel gegründete Kabarettbühne «Schall und Rauch» und wurde dann auch zum ...
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Treffpunkt Münchner Hauptbahnhof, 16 Uhr am Haupteingang. Stattfinden soll hier in Kürze das Happening «Hello/ Goodbye» von Allan Kaprow aus dem Jahr 1978, reanimiert von Studenten der Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität als posthume Geisterbeschwörung beziehungsweise, wie man das heute nennt, als «Re-enactment» – eine Technik die sich als...
Leise soll das Publikum sein, sich nicht mehr unterhalten, sobald es die große Halle im Zürcher Schiffbau betreten hat. Helfer an der Tür schleusen immer nur zwei oder drei Besucher gleichzeitig durch einen kleinen Zwischenraum ins Theater. Hinter den Pforten liegt, doppelt abgeschirmt, ein fremder, geheimnisvoller Ort, der seine Regeln zunächst nicht preisgibt....
Was unterscheidet eine gute von einer schlechten Geschichte? Zum Beispiel, dass die Figuren einem Rätsel aufgeben und Neugierde erwecken, die nicht gleich auf den ersten Blick sattsam gestillt ist. Da kann – um das aktuelle Kino made in Germany zu streifen – ein dicker Koch aus dem Schwarzwald spannender sein als eine in sündigroter Couture aufgetakelte Blondine...
