Französisch für Anfänger

Herbert Fritsch sucht die Komik von Molières «Schule der Frauen» im Hamburger Schauspielhaus, Martin Wuttke dreht «Trompe l’amour» nach Balzac auf die Volksbühne

Theater heute - Logo

Ein fenster- und türenloses kleines Bretterhaus, ein himmelblauer Wolkenhorizont und viele bunte Lichtstimmungen – mehr braucht Herbert Fritsch nicht für Molières «Schule der Frauen». Dazu die grotesk übersteuerten Rokoko-Kostüme von Victoria Behr, fertig ist der fast vollständig realitätsentlastete Raum, um sich dem Stück ohne genau­ere historische, literarische, soziale, gesellschaftliche, gar gesellschaftskritische Zusammenhänge zu nähern. Man wird Fritsch ohnehin nicht vorwerfen können, dass er sich für derlei Dinge übertrieben interessiert, höchstens auf einigen Umwegen.

Fritsch interessiert sich stattdessen für Angriffsflächen der Komik, und dafür ist Mo­lière eine interessante Kletterstange. Vor allem interessant, wenn der Komiker an ihr abgleitet. Und warum.

Molières «Schule der Frauen» erzählt eine simple Geschichte: Ein reicher, geiler, älterer Herr will heiraten, hat aber Angst, von der Zukünftigen betrogen zu werden. Also erzieht er sich ein halbes Kind in Kloster und Hauswirtschaftslehre, damit sie gar nicht erst auf dumme Gedanken kommt. Die holde Agnes verliebt sich allerdings in einen anderen und entpuppt sich außerdem als vielleicht naiv, aber ziemlich intelligent. ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Juni 2014
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Franz Wille

Weitere Beiträge
Small Town Boy

Film­title: Weekend
Scene: 1 Take: 4
INTIMITÄT UND SPRACHE
Aleks spielt Russell, Thomas spielt Glen


Russell Was soll ich denn sagen?
Glen Was du willst, sprich über letzte Nacht. Was passiert ist, was passieren sollte, wie du willst.
Russell Warum?
Glen Einfach so.
Russell Das ist für ein Kunstprojekt?
Glen Ja.
Russell Und du stehst einfach nur da und nimmst auf, was ich...

Hamburg: Armin Chodzinski «Allegorie der Unsterblichkeit»

«Parents love to watch their kids grow», sagt Ökonomie-Guru Denis Meadows. Ein Jahr, zehn Jahre, fünfzehn Jahre. Spätestens mit 18 aber dürfen die Kinder nicht mehr wachsen, spätestens dann bekommt rein quantitatives Wachstum einen Zug ins Monströse, Unheimliche und sollte durch eine qualitative Entwicklung ersetzt werden. So ist das, mit Eltern und Kindern.

Unbegr...

Mit Staubsauger und Fusselrolle

Zu Beginn der Performance «Frühlingsopfer» schieben sich die erwachsenen Mitglieder des Theaterkollektivs She She Pop – darunter einige, die selber Mütter sind – konfirmandenhaft an den rechten Bühnenrand. Johanna Freiburg erzählt, wie sie als Kind auf einem Fest «mit allen Mitteln» versucht hat, ihre Mutter am Tanzen zu hindern: «Im Nachhinein habe ich mich...