Weichheit als Waffe
Es riecht nach Äpfeln und sieht nach DDR aus im alten Kino im sächsischen Königstein, wo die zweite Doppelpass-Produktion der Landesbühnen Sachsen und der Tanzcompany Bodytalk stattfindet. Im Saal mit seinen grünen Stofftapeten, den ocker-braunen Vorhängen und dem holzbefeuerten Bollerofen scheint die Zeit nicht erst 1989 stehen geblieben zu sein. Anna Viebrock hätte das nicht besser hingekriegt. Ausstatter Klaus Noack stellt auch nur noch eine Riesenherdplatte mit leuchtendem Kabelgewirr in die Mitte des Saales und lässt ein paar Äpfel von der Ecke hängen.
In dieses Ambiente hinein inszeniert Intendant Manuel Schöbel seine Version von «Adams Äpfel» nach dem gleichnamigen Film von Anders Thomas Jensen. Ein Stück über den Neonazi Adam (Ronny Hoffmann), der in das Resozialisierungsprojekt von Pfarrer Ivan (Olaf Hörbe) kommt. Der Pfarrer lebt aufgrund seiner Hiob-artigen Biografie von der Realität entfremdet, was Adam herausfordert. Die Stückwahl ist interessant, gilt doch die Sächsische Schweiz als «national befreite Zone», in der die NPD regelmäßig Traumergebnisse einfährt.
Schöbel und seine Crew lassen sich davon nicht abhalten und machen aus dem Stoff ein groteskes und sehr ...
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Theater heute Januar 2014
Rubrik: Chronik, Seite 50
von Torben Ibs
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