Auf der Suche nach Relevanz

In Konstantin Küsperts Stücken geht es um etwas: zum Beispiel um «rechtes denken» (der vollständige Stückabdruck liegt diesem Heft bei)

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Auf Vimeo gibt es einen zwei Jahre alten Clip von Konstantin Küspert, aufgenommen im medizinhistorischen Institut der Berliner Charité, wo er sich vor einer alten, badewannengroßen eisernen Lunge in Begeisterung redet. Mit seinem schwarzen Pullover, schwarzem Schlips zum weißen Hemd und der eckigen Randlos-Brille sieht er darin aus wie ein jung-dynamischer Bestattungsunternehmer. Dabei geht es ihm eher um das Gegenteil. Er könne sich gut vorstellen, meint er bestens gelaunt, dass man in Zukunft mal mit ein paar unter die Haut gepflanzten Chips o.Ä.

«die Beschränkungen des menschlichen Körpers transzendiert und in eine neue Stufe menschlicher Existenz eintritt». Und beim Blick auf ein paar daneben ausgestellte Hautprä­parate mit besonders malerischen Tattoos fügt er ganz beiläufig an, dass ihn der Körper als Designobjekt schon immer interessiert habe.

Dabei schlenkert er sichtlich amüsiert mit dem rechten Arm, auf dem nicht zu übersehende, sorgfältig konstruierte Rechtecksmuster unter dem Ärmel vorleuchten. Die sind allerdings keineswegs nur Deko, sondern «physische Repräsentationen von Veränderungen in meinem Leben». Er habe schon mit 18 Entscheidungen treffen wollen, die ...

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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Akteure, Seite 46
von Franz Wille

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