Goldgräber ohne Gold

Wie bauen sich freie Gruppen ihre Budgets zusammen? Drei Stichproben in der Freien Szene

Theater heute - Logo

We’re in the money!», jubelt Ginger Rogers auf der Tonspur. Die Performer des Nature Theaters of Oklahoma halten strahlend ihre Gesichter in die Kamera, lassen Dollarscheine regnen und räkeln sich zwischen Ein- und Zehn-Dollar-Noten auf dem Boden. «Ekstase!», ruft Regisseur Pavol Liska.

Mit der Video-Parodie auf den US-amerikanischen Musical-Klassiker «Gold Diggers» («Goldgräber», 1933) feierte das Nature Theater of Oklahoma 2006 den ersten Cash-Flow seiner unsubventionierten Produktionsgeschichte: 224,10 Dollar pro Performer für 115 Stunden Arbeit an «No Dice».

Ausgezahlt hat sich der Stundenlohn von knapp 1,95 Dollar dann aber doch: Seit der Europa-Tour 2008 koproduziert das Nature Theater seine Stücke mit etablierten europäischen Partnern und Geldgebern.

Pavol Liska ist dankbar für die Unterstützung: Als Security Guard im MoMA möchte er nicht unbedingt wieder arbeiten. Abhängig machen vom regelmäßigen Geldfluss möchte er seine künstlerische Arbeit aber auch nicht: «When you get the funding, you are obliged to be more radical, more daring. Not less!» 

«Keine Gastspiele, kein Geld.»

Ohne Koproduktionspartner, die den freien Gruppen (und den Geldgebern) die überregionale ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Freiraum Theater!, Seite 50
von Anja Quickert

Weitere Beiträge
Deutsch-amerikanische Beziehungen

Er hat einfach zu viel erlebt in seiner Laufbahn. Das Problem mit ihm ist, dass er bereits siebzig Jahre existiert und den Erfahrungshorizont eines Siebzigjährigen hat, aber im Körper eines Neunzehnjährigen gefangen ist. Er ist inzwischen keine Projektionsfläche mehr, sondern ein vielschichtiger Charakter. Das können wir nicht brauchen.»

New York City im Jahr 1941....

«Man muss darauf bestehen, dass Theater sich nicht rechnet»

TH Sie haben alle drei in den letzten Jahren ein Theater geleitet – bei Stefan Bachmann liegt es schon ein bisschen länger zurück –, und starten in Ihre jeweils zweite Intendanz. Neue Stadt, neues Theater, neues Publikum, neue Teams. Neues Glück. Erste große Frage: Was wollen Sie beim zweiten Mal anders machen?

Stefan Bachmann Bei mir ist offensichtlich, dass...

Some kind of a different world

Am Ende von «Three Kingdoms» zwängt sich Risto Kübar durch einen extrem schmalen Schlitz, durch den außer ihm niemand hindurch zu passen scheint, auf die Bühne. Er kniet sich vor einen Tisch und macht seinem Gegenüber, dem am Ende seiner Reise durch Europa all seiner Gewissheiten beraubten britischen Detective Stone, einen Vorschlag: «I learned Origami since I was...