Die höhere Despotenlaufbahn Kleines Monster: «Süßer kleiner Adol
Zu Hitler fällt mir nichts ein. Über das böse Wort von Karl Kraus gossen manche Moralisten ihre Häme aus, weil der Sprachpurist die richtige Setzung eines Kommas wortreich habe analysieren können, aber vor dem größten Thema seiner Zeit verstummt sei. Sie bekundeten damit nicht nur Unverständnis gegenüber der Ironie, sondern auch Ignoranz: Kraus erklärte 1934 in der «Dritten Walpurgisnacht», was ihm zu Hitler alles nicht einfiel.
Und er wusste hellsichtig alles Grauen voraus, das kommen sollte, litt an der Ohnmacht des Worts gegenüber der Gewalt, als naivere Mitläufer, Gutgläubige, Karrieristen und Opportunisten noch glaubten, man könne sich mit dem Regime arrangieren oder das Böse zähmen.
Zu Hitler fällt offenbar Künstlern im Versuch, das Unsägliche sagbar zu machen, nicht immer etwas ein. Die beiden filmischen Inkunabeln «The Great Dictator» (1940) von Charlie Chaplin und «To Be or Not to Be» (1942) von Ernst Lubitsch haben mit Karl Kraus die zeitliche Nähe zum Phänomen Hitler, aber nicht die prophetische Dimension gemein – der Schrecken hatte da schon die Früchte getragen, die ein Kraus erst keimen gesehen hatte. Dagegen hat Dani Levys Komödie «Mein Führer» weder die ...
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So jedenfalls sieht es die Regisseurin Friederike Heller, die für ihre Version von Thomas Manns «Zauberberg» am Schauspiel Frankfurt das Publikum gleich mitbesetzt hat. Als schweigende Masse darf es dieser Hans Castorp sein, mit dem Mann in seinem Roman den Durchschnitt zum Helden gemacht...
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