Rettung naht. Oder nicht.
Die Welt ist unübersichtlich geworden. Alles hängt mit allem zusammen. Und während mit der Vernetzung der Welt unsere Möglichkeiten theoretisch ins Unermessliche gewachsen sind, ist es gleichzeitig immer schwieriger geworden, die richtigen Entscheidungen zu treffen, um an das zu gelangen, was man das «Gute Leben» nennen könnte. Oder wie es Amanda in «Die Welt mein Herz» auf den Punkt bringt: «Leben und ein bisschen Zukunft.»
Natürlich läuft diese Erkenntnis schnell Gefahr, zur gegenwartspessimistischen Binsenweisheit zu werden.
Der Autor Mario Salazar ist klug genug, das auch zu wissen, und hält sich in seinem neuen Stück nicht mit weltumspannenden Theoremen auf, sondern blendet mit harten Schnitten direkt hinein in das Leben seiner das Leben suchenden Figuren. Deren Geschichten blättert er für das Theater auf wie eine Filmstaffel in vier Folgen. Vorgeschichte war schon, Fortsetzung folgt. Salazars Figuren sind Randexistenzen, verstreut in der ganzen Welt, die mit wüstem, manchmal auch komischem Lebenshunger versuchen, die Verhältnisse zu verstehen oder wenigstens zu bestehen, in die sie hineingeworfen wurden.
Es eint sie der Wunsch nach mehr: nach mehr Glück, mehr Leben oder ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 178
von Thomas Laue
Einer kann nicht schlafen. Ein anderer hört die Stimme Gottes. Wieder ein anderer ruft die Polizei. Einer kann sich nicht erinnern. Ein anderer fragt, wie viel Zeit ihm noch bleibt. Wieder ein anderer kennt keine Angst …
Nahezu endlos ließe sich diese Aufzählung von kleinen Handlungssequenzen fortführen. Denn das neue Stück der britischen Autorin Caryl Churchill,...
Ende März in Berlins wuchtigem Theatertrotzbau am Rosa-Luxemburg-Platz. Auf der Drehbühne kreiselt eine verwinkelte, mit Liebe gezimmerte Bretterbude, über der ein riesiger Videoscreen thront, der Stolz des Hauses. Was in den Zimmern vor sich geht, überträgt großzügig gepixelt und leicht grünstichig eine wackelige Handkamera, die noch das staksigste...
Phosphorus, gelber bzw. weißer Phosphor, erhielt nach seiner Entdeckung den Namen «Lichtträger», da er an der Luft selbstentzündend wirkt und unter Ausstrahlung eines grünlichen Lichtes oxydiert. Das Element Phosphor giert danach, sich mit Sauerstoff zu verbinden – was ihm sein Doppelgesicht als Lebensspender und Todbringer beschert. Im menschlichen Organismus...
