Archivarin des Todes
Absurd natürlich, von einem Stück zu erzählen von dem es bislang nur den Plot gibt und den Stückbeginn: «frau bosch,/ die ware,/wäre da/Sollen wir,/damit/ums Haus,/zum Keller,/in den Wäscheraum,/stellt doch hier ab, was ihr habt, in den Schatten, unters Dach, auf den Fußabstreifer, wo es trockenbleibt./Fang,/am,/An,/fang,/fang, /fang,an.» Hier ist sie wieder, die vorläufig noch durch Schrägstriche markierte «geteilte Sprache», wie Händl Klaus das literarische Verfahren nennt, einen einzigen Satz auf mehrere Figuren aufzuteilen.
Bei Händl Klaus hat dies nichts mit der weit verbreiteten Marotte zu tun, durch künstlichen Zeilenfall pseudolyrische Bedeutung zu produzieren, nein, sein Stil ist Inhalt: Seine Figuren sind, den Gesetzen jeglicher Dramatik widersprechend, immer «alle in einem Sprachkörper», Funktionen eines «komplizenhaften Sprechens, da man das Unbewusste teilt und die gleiche Grundlage hat» (Händl). Händl Klaus verabschiedet sich vom traditionellen Dialog, der sich aus der Syntax seiner Antagonisten definiert. Statt der Dialektik des dramatischen Konflikts, der die Geisteshelle seiner Figuren voraussetzt, findet man bei ihm «Verschworene» und das «aufeinander ...
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Theater heute Jahrbuch 2007
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 152
von Joachim Lux
Zum Schluss plant einer sein Verschwinden. Er wird keine Spuren hinterlassen, keine Geschichte schreiben, sich unsichtbar machen. Niemand wird ihn vermissen, niemand wird nach ihm fragen, da er längst ausgeschieden ist aus dem System, das die Gesellschaft zusammenhält, aus den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhängen, die sie definieren.
Natürlich kennen wir...
Können Christen, Juden und Muslime sich im gemeinsamen Menschlichen versöhnen? Diese Frage hat bereits 1779 Gotthold Ephraim Lessing beschäftigt; mit seiner Parabel «Nathan der Weise» formulierte er die Notwendigkeit, ein stabiles Gleichgewicht zwischen den Religionen auf der Basis der Vernunft zu erringen. Lessing trat damit seinerzeit in den Widerstreit zur...
Eine verschneite Landschaft, eine abgelegene Straße, zwei Männer im Gebüsch versteckt. Sie stehen sich gegenüber, nur durch die Straße voneinander entfernt, sie können sich nicht sehen, aber sie sprechen miteinander. Sie erzählen von Familienausflügen, von Betriebsfeiern, von diversen Liebschaften. Sie äußern sich heiter, bisweilen geradezu aufschneiderisch...
